Benediktinerabtei startet Missbrauchsaufarbeitung
Die Benediktinerabtei Rohr will Missbrauchsfälle in den ihr angeschlossenen Bildungseinrichtungen aufarbeiten. In dem Gymnasium und dem Internat, die zu dem niederbayerischen Kloster gehörten, hätten Schüler sexuelle Gewalt erlitten, erklärte Abt Markus Eller am Mittwoch in einer Mitteilung.
Die Aufarbeitung gliedere sich in ein zum Januar gestartetes Projekt der bayerischen Benediktiner ein, das Missbrauchsfälle im Ordenskontext umfassend aufarbeiten soll. Als unabhängige Forscherin begleite die Historikerin Annette Eberle von der Katholischen Stiftungshochschule München das Projekt. Zudem sei der Ausschuss für unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bereich von Ordensgemeinschaften daran beteiligt.
Orden will Verantwortung übernehmen
Die Kongregation wolle Verantwortung übernehmen, betonte Eller. Im Laufe des Februars soll ein öffentlicher Aufruf an Betroffene und Zeitzeugen erfolgen, wie sie sich in die Studie einbringen können. "Für viele der Menschen, die in Rohr sexualisierte Gewalt erlitten haben, kommt das Projekt zu spät. Sie mussten oder müssen mit den Folgen ihrer Erfahrungen leben."
Die Abtei Rohr wurde 1133 als Augustiner-Chorherrenstift gegründet. Nach längerem Leerstand siedelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 die Benediktiner dort an. Bereits im Folgejahr wurde das Johannes-Nepomuk-Gymnasium mit Internat gegründet. Derzeit leben fünf Mönche in der Abtei. (KNA)
