Gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet

Bistum Essen zahlt 105.000 Euro pro Jahr an Betroffenenbeirat

Veröffentlicht am 21.01.2026 um 18:40 Uhr – Lesedauer: 

Essen ‐ Erinnerung statt Verdrängung: Der Betroffenbeirat soll die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Essen kritisch begleiten. Eine neue Satzung regelt nun seine Aufgaben und Ziele.

  • Teilen:

Der Beirat der Betroffenen von sexualisierter Gewalt im Bistum Essen erhält für seine Arbeit ein festes inhaltliches und finanzielles Fundament. Wie das Bistum am Mittwoch mitteilte, haben der Beirat und die Bistumsleitung eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, die die Tätigkeit des unabhängigen Gremiums für die aktuelle Amtsperiode regelt. Das Bistum unterstützt die Arbeit demnach bis einschließlich 2027 mit jährlich 105.000 Euro.

Die Vereinbarung wurde von Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer sowie dem vor einem Jahr neu gewählten Betroffenenbeirat unterzeichnet. Der Beirat begleitet als Expertengremium die Aufarbeitung, Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Bistum und bringt dabei die Perspektive der Betroffenen ein. Er besteht derzeit aus sieben Mitgliedern und arbeitet unabhängig.

Ziel ist auch eine Erinnerungskultur

Mit der Vereinbarung tritt auch eine Satzung in Kraft, die Aufgaben und Ziele des Gremiums festschreibt. Dazu zählen unter anderem der Einsatz für die Interessen aller Betroffenen, eine kritische Begleitung der Konzepte und Maßnahmen des Bistums sowie die Mitarbeit in der Unabhängigen Aufarbeitungskommission. Ziel sei es, "Licht ins Dunkelfeld der Missbrauchsaufarbeitung" zu bringen, Betroffene zu unterstützen und eine Erinnerungskultur zu entwickeln, damit das Unrecht sexualisierter Gewalt nicht in Vergessenheit gerät.

Das Bistum Essen ist eines der jüngeren katholischen Bistümer in Deutschland. Es wurde 1958 gegründet, liegt im westlichen Nordrhein-Westfalen und umfasst große Teile des Ruhrgebiets. Ihm gehören gut 650.000 katholische Christen an. (KNA)