Sensationsfund: Frühes "Spandauer Kreuz" entdeckt
Ein archäologischer Sensationsfund sorgt in Brandenburg für Aufsehen: Inmitten von Spuren einer slawischen Siedlung im westlichen Havelland entdeckte die ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerin Juliane Ragnow vor kurzem ein Radkreuz aus dem 10. Jahrhundert. "Der neue Fund belegt die Produktion am Burgwall von Spandau und das Handeln der Produkte in die Landschaft hinaus", sagte der Berliner Landesarchäologe Matthias Wemhoff am Freitag bei der Vorstellung des Fundes in der Potsdamer Staatskanzlei.
Das Radkreuz stellt Christus inmitten eines Rades dar. Es habe den Zeitgenossen vermutlich als Schmuckstück gedient. Das Besondere dabei: Das Kreuz passe exakt in eine Gussform die der Berliner Archäologe Adriaan van Müller 1983 bei Ausgrabungen auf dem Burgwall von Berlin-Spandau gefunden hatte.
Eine Bedeutung habe das Kreuz auch für die katholische Kirche in Berlin und Umgebung. Denn nach dem Vorbild der Gussform sei das sogenannte "Spandauer Kreuz" entstanden, das das Erzbistum Berlin an Ehrenamtliche aus dem Bereich der Jugendarbeit verleiht, sagte der Sprecher des Erzbistums, Stefan Förner. Allerdings werde das moderne Kreuz in einer anderen Größe und aus anderem Material hergestellt, um Verwechselungen auszuschließen. (KNA)
