Alle Kölner Bischöfe fahren nicht zur letzten Synodalversammlung

Nachdem schon der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki (Titelbild, links), abgesagt hatte, ziehen seine Weihbischöfe nun nach: Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Donnerstag berichtet, werden auch Ansgar Puff, Dominikus Schwaderlapp (Titelbild, rechts) und Rolf Steinhäuser der sechsten und letzten Synodalversammlung fernbleiben. Das Bistum bestätigte das auf Nachfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), ohne Gründe für das Fernbleiben der Bischöfe zu nennen.
Woelki hatte bereits am Dienstag in einem Interview des Portals domradio.de erklärt, für ihn sei der Synodale Weg abgeschlossen. Ursprünglich seien fünf Sitzungen vereinbart worden; "und an diesen habe ich auch teilgenommen". Von Donnerstag bis Samstag treffen sich die Mitglieder der Synodalversammlung in Stuttgart, um Bilanz zu ziehen. Dazu gehören laut Satzung qua Amt alle deutschen Bischöfe.
Laien aus dem Erzbistum in Stuttgart dabei
Tim-Oliver Kurzbach, Vorsitzender des Kölner Diözesanrats, erklärte auf Anfrage der Zeitung, er werde gemeinsam mit einem weiteren Vorstandsmitglied an der Synodalversammlung teilnehmen. Die frühere Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, kritisierte die Entscheidung der Kölner Bischöfe laut "Kölner Stadt-Anzeiger" als bedauerlich, unsolidarisch und unklug. Laut Lücking-Michel "täte es auch dem Erzbistum Köln gut, vernetzt zu sein, Impulse mitzunehmen und die Zukunft der Kirche in Deutschland aktiv mitzugestalten."
Neben den Kölner Bischöfen wird auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nicht in Stuttgart dabei sein. Als Grund nannte das Bistum eine Terminkollision mit der Vollversammlung des vatikanischen Dikasteriums für die Glaubenslehre. Für Donnerstag sei zu diesem Anlass eine Audienz der Dikasteriums-Mitglieder beim Papst geplant.
Kritik am Reformprojekt
Woelki, Voderholzer sowie die Bischöfe Stefan Oster (Passau) und der inzwischen emeritierte Gregor Maria Hanke (Eichstätt) sehen das Reformprojekt der katholischen Kirche in Deutschland kritisch. Sie hatten zwar an den Sitzungen des Synodalen Wegs teilgenommen, unter Verweis auf Vorbehalte aus Rom aber nicht am Synodalen Ausschuss, der eine ständige Synodalkonferenz vorbereiten sollte.
Laut Auskunft ihrer Pressestellen planen Bischof Oster und der Eichstätter Diözesanadministrator Alfred Rottler, bei der sechsten Synodalversammlung dabei zu sein. (KNA)