Weihe wird am Sonntag nachgeholt

Altar war versehentlich 50 Jahre lang nicht geweiht

Veröffentlicht am 30.01.2026 um 09:52 Uhr – Lesedauer: 

Wipperfürth ‐ Ein Altar ohne Weihe, ein halbes Jahrhundert lang – und niemand wusste, warum. Erst neugierige Nachfragen brachten das Versäumnis ans Licht. Jetzt wird im Erzbistum Köln ein vergessenes Kapitel feierlich geschlossen.

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Im Erzbistum Köln war in der Kirche St. Clemens in Wipperfürth-Wipperfeld der Altar seit 50 Jahren nicht geweiht. Wie es dazu kommen konnte? "Diese Frage kann heute niemand mehr schlüssig beantworten, da der Altar in den 70er Jahren, also vor ca. 50 Jahren errichtet wurde, sind viele der Zeitzeugen leider schon verstorben", sagte Pfarrer Lambert Schäfert in einem Interview des Erzbistums Köln am Donnerstag. Er könne nur mutmaßen, "dass es schlicht vergessen wurde".

Als vor drei Jahren aufwendige Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in der Kirche begonnen hatten, sei der Pfarrer von verschiedenen Wipperfelder Bürgern angesprochen worden, "ob der in den siebziger Jahren neu errichtete Altar denn nun auch konsekriert werde". Daraufhin habe er Nachforschungen angestellt.

Sowohl das Pfarrarchiv in der Gemeinde St. Nikolaus in Wipperfürth als auch die bischöflichen Akten in Köln gaben "keinerlei Hinweise auf eine vorgenommene Altarweihe", sagte der Pfarrer. Der Altar wurde im Zuge von Renovierungsarbeiten in den 70er Jahren "gemäß den veränderten Vorschriften des 2. Vatikanischen Konzils" errichtet. Der "alte Hochaltar blieb erhalten und an seinem Platz".

"Menschen machen Fehler"

Der Gemeindeleiter kam zu dem Ergebnis: "Menschen machen Fehler." Nun sei es Zeit, diesen zu korrigieren. Am kommenden Sonntag wird der Altar konsekriert. "Der Erzbischof wird in die vorhandene, aber noch leere Grabstelle eine Kapsel mit Reliquien von Heiligen hineinlegen", sagt er. "Diese Stelle wird während der Feier zugemauert."

Schon in der Urkirche wurden Heilige Messen auf den Gräbern von Märtyrern gefeiert. Daraus entwickelte sich der Brauch, in jeden Altar eine kleine Kapsel mit Gebeinen von Heiligen einzulassen. Zum Beginn und Abschluss der Messe begrüßt der Zelebrant die Heiligen und Christus, indem er den Altar einen brüderlichen Kuss gibt. (jlo)