Erwachsenentaufen nehmen zu – Bischof spricht von Erneuerung

Viele junge Erwachsene, die getauft werden wollen, stimmen den Bischof von Versailles optimistisch. Luc Crépy sagte am Freitag im kirchlichen Portal "domradio.de", bei der hohen Zahl von Taufbewerbern in Frankreich handele es sich um eine neue und "sehr reiche" Bewegung: "Ich denke, das wird eine schöne Erneuerung für das Leben der Kirche in Frankreich sein."
Der Bischof bilanziert bei seinem Besuch in Köln, im vergangenen Jahr seien in Frankreich fast 17.000 erwachsene Anwärter getauft worden. In seiner Diözese Versailles gebe es Pfarreien, die dieses Jahr 50 junge Erwachsene taufen werden. Die Taufbewerber seien auf der Suche nach spirituellem Sinn. Außerdem gehe es darum, "in dieser schnelllebigen Zeit einen Anker, eine Identität zu finden". Crépy interpretiert die hohe Zahl der Menschen, die sich der Kirche zuwenden als "Wirken des Heiligen Geistes".
Ende der Säkularisierung?
Der Bischof betont, die Trennung von Staat und Kirche in Frankreich sei Zeichen der Säkularisierung, was aber nicht bedeute, dass die religiöse Frage dadurch nicht aufkomme: "In Frankreich ist Religion ein großes Thema. Über jüdische, muslimische und christliche Religion spricht man viel", sagte Crépy. Und weiter: "Es gibt die protestantische Seite, dann die Evangelikalen, aber auch wir Katholiken haben in Frankreich große Jugendtreffen." Das Religiöse sei immer da: "Gott ist nicht tot, wenn ich so sagen darf." Von einem Ende der Säkularisierung in Frankreich zu sprechen, sei aber voreilig, weil das Phänomen der vielen Taufbewerber "noch zu neu" sei.
Crépy hat mit hundert Priestern aus seinem Bistum Köln besucht. Im Interview erklärte er, das sei die Hälfte der Priester seiner Diözese. Vor sechs Jahren habe man beschlossen, alle drei Jahre mit den Priestern des Bistums gemeinsam eine Reise zu machen. Ziel der Reisen seien wichtige historische Orte der Christenheit: nach Rom und Marseille in diesem Jahr Köln. Wie der Bischof ausführte, hat die Diözese Versailles eine sehr junge Bevölkerung und viele Berufungen – also viele junge Priester und viele Laien, die laut Crépy sehr engagiert sind. (KNA)