Nach Trans-Trauung: Priester verlässt vorübergehend Provinz

Der Priester, der in Argentinien zwei Trans-Personen kirchlich getraut hat, hat die Region vorübergehend verlassen. Die Pfarrei Nuestra Señora de Pompeya in Corrientes habe mitgeteilt, dass "Bruder Fernando bis Ende des Monats nicht in Corrientes sein wird", berichtete die Zeitung "Clarín" am Mittwoch. Nach der durch den Minoritenbruder Fernando Luis Gómez gefeierten Hochzeit Ende Januar hatte es Proteste gegeben.
Das zuständige Erzbistum Corrientes hatte Luis Gómez vorgeworfen, vor der Hochzeit von Solange Ayala (33) und Isaías Díaz Núñez (26) die entsprechenden Unterlagen nicht an die Diözese weitergeleitet zu haben. Erzbischof José Adolfo Larregain stellte mittlerweile fest, dass aufgrund erheblicher kirchenrechtlicher Mängel keine Ehe zustande gekommen sei, deshalb erließ er ein Nichtigkeitsdekret.
Die beiden Eheleute sind bereits seit mehr als fünf Jahren ein Paar und engagieren sich für die Anliegen von LGBTQI+-Menschen. Ayala erklärte, man habe sich bewusst diese Pfarrei ausgesucht, weil sie als tolerant gelte. Von einer Annullierung habe das Paar bislang lediglich aus den Medien erfahren. "Wenn es einfach wäre, eine Ehe für ungültig zu erklären, müsste es innerhalb der Kirche die Scheidung geben. Und in der Kirche heiratet man nur einmal", so Ayala. Das Paar will den Priester unterstützen und das Gespräch mit dem Erzbischof suchen. (cph)