Ankündigung in Hirtenbrief

Priester im Bistum Aachen leiten Pfarreien zusammen mit Laien

Veröffentlicht am 22.02.2026 um 12:01 Uhr – Lesedauer: 

Aachen ‐ Doppelspitze in den Pfarreien – im Bistum Aachen führen die Pfarrer ihre Gemeinden künftig gemeinsam mit beauftragten Laien. Das soll Vertrauen stärken. Mit diesem Schritt ist das Bistum Aachen nicht allein.

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Pfarrer im Bistum Aachen leiten ihre Gemeinden künftig nicht mehr alleine. In allen 44 Pastoralen Räumen wird es eine geteilte Leitung zwischen einem Priester und einer beauftragten Person geben. Das kündigte Bischof Helmut Dieser am Sonntag in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit an. "Das Kirchenrecht kennt die Möglichkeit, dass an der Ausübung der Leitung in der Kirche durch geweihte Amtsträger auch Laien durch die Kraft ihrer Taufe und Firmung mitwirken können", erklärte der Bischof.

Die beauftragten Personen und die Pfarrer sollen "zu gemeinsamen Entscheidungen finden", so Dieser weiter. Die Kirche habe wegen der Missbrauchsverbrechen weitgehend an Glaubwürdigkeit verloren. Die neuen Leitungsstrukturen sollen dazu beitragen, dass Menschen gehört würden und spürten: "Hier ist ein Ort ohne Gewalt. Hier bin ich gerne dabei. Ich muss mich nicht verbiegen und nicht unterwerfen."

In verschiedenen Diözesen gibt es bereits Modelle zur Gemeindeleitung, unter anderem von Teams. Wer in der Kirche wie Leitungsfunktionen übernehmen darf, ist allerdings umstritten. Im Jahr 2020 sorgte die vatikanische Instruktion "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" für Aufsehen und zog vor allem in Deutschland Kritik auf sich. Darin schränkte der Vatikan Leitungsverantwortung für Laien stark ein. (KNA)