Touristen müssen zahlen

Kölner Dom plant kostenlose Gebetsbereiche trotz Eintrittspreisen

Veröffentlicht am 06.03.2026 um 10:49 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Wegen steigender Kosten: Wer den Kölner Dom als Tourist betritt, muss demnächst Eintritt zahlen. Für Gläubige will sich die Domverwaltung jedoch einen Sonderweg überlegen.

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Trotz geplanter Eintrittspreise für den Kölner Dom soll der Zugang für Gebet und Gottesdienst weiterhin kostenlos bleiben. "Dafür werden wir Bereiche schaffen. Einen Bereich für das Gebet, dass man dort unkompliziert hinkommen kann, und einen anderen Bereich für das Besichtigen", sagte Dompropst Guido Assmann am Donnerstagabend dem WDR. Für touristische Besucher würden ab der zweiten Jahreshälfte Gebühren erhoben. Davon ausgenommen seien die Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins, die bereits Mitgliedsbeiträge zahlten.

Der Kölner Dom ist mit rund sechs Millionen Besuchern pro Jahr das am meisten besuchte Gebäude Deutschlands. Die Kathedrale gibt allerdings seit 2019 jedes Jahr mehr Geld aus, als sie einnimmt. Etwa 2022 betrug das Defizit 2,2 Millionen Euro. Rücklagen, um die Lücken zu schließen, sind laut Domverwaltung in absehbarer Zeit verbraucht. Hinzu kommen steigende Kosten, etwa durch höhere Löhne und die Inflation. Um die Einnahmenseite zu steigern, sollen daher Eintrittspreise erhoben werden. Wie hoch diese ausfallen werden, ist noch unklar.

Verschiedene Geldgeber

Die Einnahmen stammen aus verschiedenen Quellen: Große Teile kommen vom Zentral-Dombau-Verein und vom Erzbistum Köln, das nach eigenen Angaben 4,7 Millionen Euro pro Jahr beisteuert. Außerdem bezieht der Dom unter anderem Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln sowie Eintrittsgelder für Turmbesteigung und Domschatzkammer oder Einnahmen aus Kollekten und Opferstöcken.

Die Erhaltung der Kathedrale kostet laut Dombaumeister Peter Füssenich jeden Tag 23.200 Euro. Allein die Reinigung des großen Bauwerks habe 2024 rund 187.000 Euro gekostet – bei Gesamtausgaben von etwa 14,2 Millionen Euro. Am stärksten schlug jedoch das Personal zu Buche: Es verursachte gut zwei Drittel der Gesamtkosten. Zudem stehen den Angaben zufolge Investitionen für die Gebäude der Dombauhütte an, die aus den 1970er-Jahren stammen. (KNA)