Neue Leitlinien von DBK und Caritas

Bischöfe: Assistierter Suizid ist falsche Antwort bei Suizidwunsch

Veröffentlicht am 06.03.2026 um 12:30 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Kein assistierter Suizid in katholischen Einrichtungen: Bischöfe und Caritas bekräftigen ihre Position zum Schutz des Lebens. Neue Leitlinien für Krankenhäuser und Pflegeheime setzen auf eine "Kultur der Lebensbejahung".

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Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Deutsche Caritasverband sprechen sich deutlich gegen Beihilfe zum Suizid aus. "Mit Sorge wenden wir uns gegen alle Bestrebungen, Praktiken der Suizidassistenz in unserer Gesellschaft zu verankern", heißt es in am Freitag veröffentlichten Leitlinien zur Suizidprävention. Bischöfe und Caritas betonen darin die katholische Überzeugung, "dass menschliches Leben heilig ist und nicht durch Menschenhand beendet werden darf – auch nicht durch die eigene". Assistierte Suizide zu ermöglichen, sei daher nicht die richtige Antwort bei Suizidwünschen.

"Die Durchführung von Förderungshandlungen zur Selbsttötung (Suizidassistenz) widerspricht dem Selbstverständnis von Einrichtungen in katholischer Trägerschaft", heißt es weiter. Mitarbeiter in den Einrichtungen dürften daher weder selbst Suizidbeihilfe leisten noch derartige Maßnahmen von außenstehender Seite zulassen, also auch nicht durch sogenannte Sterbehilfevereine. Das Thema solle aber auch nicht tabuisiert werden in den Einrichtungen.

Sterbewünschen nicht wertend begegnen

Es gehöre zu einer "Kultur der Lebensbejahung", Menschen in Krisen nicht allein zu lassen. Sterbewünschen sollte im Gespräch mit den Betroffenen einfühlsam und nicht wertend begegnet werden. Zugleich sei es wichtig, die katholische Position der Lebensbejahung und Suizidprävention offen und transparent zur Sprache zu bringen.

Suizidprävention sei auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betonen Bischöfe und Caritas weiter. Daraus ergebe sich, die Palliativversorgung und Hospizarbeit zu fördern und bei Depressionen professionelle Hilfe zu leisten. In kirchlichen Einrichtungen sollen sich daraus niedrigschwellige Angebote zur Suizidprävention ergeben, vor allem durch Psychotherapeuten und Ärzte. Auch sei es nachweislich wichtig, die Möglichkeiten für Suizide zu begrenzen, etwa indem der Zugang zu Medikamenten erschwert werde. (KNA)

Hilfe bei Suizidgedanken

Sollten Sie selbst oder Menschen in Ihrem Umfeld Suizidgedanken haben, wenden Sie sich unter 0800-1110111 oder 0800-1110222 umgehend an die kostenlose Telefonseelsorge. Dort erhalten Sie Hilfe.