Passe nicht zum Limmatquai in Zürich

Pfarrer und Hollywoodstar protestieren gegen Fast-Food-Filiale

Veröffentlicht am 30.03.2026 um 11:19 Uhr – Lesedauer: 

Zürich ‐ Das Limmatquai zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten in Zürich. Dort soll künftig eine "McDonald's"-Filiale entstehen. Nun regt sich Widerstand – auch aus Kirche und Hollywood.

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In der Schweiz formiert sich Widerstand gegen eine geplante Filiale der Fast-Food-Kette "McDonald's" – mit prominenter Unterstützung. Wie der Schweizer "Tagesanzeiger" am Samstag berichtete, gehört die britische Schauspielerin und zweifache Oscar-Preisträgerin Emma Thompson zu den rund 1.600 Personen, die eine Petition unterschrieben haben. Die Ansiedlung der Filiale am Züricher Limmatsquai bezeichnete sie demnach als "Akt der Selbstbeschädigung". Bei ihrem Aufenthalt in Zürich im vergangenen Jahr habe sie die seit Jahrhunderten fast unveränderte Kulisse der Altstadt sehr genossen und hoffe nun, dass der Widerstand ein Umdenken bewirkt. 

Hinter dem Protest steht laut dem Portal "watson.ch" ein Verein von Anwohnern, die mit der Petition Druck auf die Eigentümerin der Liegenschaft, eine Schweizer Versicherung, erhöhen will. Konkret geht es um die Flaniermeile Limmatquai, die in der Züricher Altstadt am Ufer der Limmat entlangführt. An der Straße liegen etwa das Großmünster, die Wasserkirche oder das Züricher Rathaus. Die meisten Häuser am Limmatquai sind als schutzwürdig eingestuft, das gilt auch für das Bild der Straße als Ganzes. Dem Bericht zufolge gibt es schon einen langfristigen Mietvertrag mit der Fast-Food-Kette und das Projekt wurde bereits bewilligt. Der Fall liegt aktuell allerdings vor dem kantonalen Baurekursgericht.  

Auch aus der Kirche kommt Widerstand gegen die geplante Fast-Food-Filiale. "Zwingli haut ab", schrieb der Pfarrer der reformierten Großmünster-Kirche in Zürich, Christian Walti, auf Instagram. Dazu teilte er ein offensichtlich mit Künstlicher Intelligenz generiertes Bild, das eine Statue des Reformators Ulrich Zwingli zeigt, der von seinem Sockel steigt. Umgeben ist er vom Verpackungsmüll der Fast-Food-Kette. Gegen Fast-Food habe Zwingli eigentlich nichts."Aber diese Marke, der Frittiergestank und der immense Abfall passen nicht zum schönen Limmatquai", betonte Walti. "Da kann auch ich als Zwingli-Nachfolger nicht tatenlos zuschauen. Ich unterzeichne diese Petition an die Vermieter der Liegenschaft." (cbr)