"Ausgebildet, als müsse der Priester alles können"

Regens kritisiert: Priesterseminare hängen im 20. Jahrhundert fest

Veröffentlicht am 02.04.2026 um 14:45 Uhr – Lesedauer: 

Coimbra ‐ Überholte Strukturen und das Bild eines Supermenschen: Priester bekommen im Seminarleben oft falsche Ideale vermittelt, meint ein Ausbilder. Was die Kirche berücksichtigen muss und welche Rolle Frauen spielen sollen.

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Der Rektor des Priesterseminars im portugiesischen Coimbra fordert eine grundlegende Erneuerung der Priesterausbildung in der katholischen Kirche. Viele Priesterseminare sind nach Einschätzung des Priesterausbilders Nuno Santos zu stark in überholten Strukturen verhaftet und haben "Schwierigkeit, das zwanzigste Jahrhundert zu verlassen", zitieren ihn vatikanische Medien.

Der Ausbildungsleiter sagte weiter: Priester seien keine Supermenschen. "Oft werden wir so ausgebildet, als müsse der Priester alles können, alles wissen, immer stark sein, immer eine Antwort haben – eine Art Supermensch. Doch genau dieses Bild ist der Anfang der Selbstzerstörung." Eine Ausbildung müsse auch Grenzen und Hilfsbedürftigkeit einbeziehen: "Wir müssen lernen zu sagen: Ich kann das nicht, ich brauche Hilfe."

Zudem plädiert Santos für eine deutlich stärkere Rolle von Frauen in den Priesterseminaren. Diese dürften nicht nur ergänzend eingebunden werden, sondern müssten auf zentraler Ebene der Ausbildung präsent sein. (KNA)