Es begann mit einem Gelübde

Philippiner lässt sich nach 37 Jahren zum letzten Mal kreuzigen

Veröffentlicht am 03.04.2026 um 14:39 Uhr – Lesedauer: 

Manila ‐ In vielen Städten der Philippinen tragen Menschen an Karfreitag Kreuze durch die Straßen oder geißeln sich blutig. Live-Kreuzigungen lehnt die Kirche ab, ohne jedoch diese extreme Volksfrömmigkeit zu verbieten.

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In dem philippinischen Dorf San Pedro Cutud nördlich der Hauptstadt Manila hat sich Ruben Enaje am Karfreitag zum 37. Mal kreuzigen lassen. Enaje sei vor Hunderten Gläubigen und Touristen mit echten Nägeln ans Kreuz geschlagen worden, berichteten philippinische Medien.

Vor der Kreuzigung in der Provinz Pampanga habe er mit einer Dornenkrone auf dem Kopf in der Kreuzwegprozession bei 34 Grad Hitze sein Kreuz auf dem 1,8 Kilometer weiten Weg zum "Golgatha"-Hügel getragen. Der "Jesus von Pampanga" sei von Einheimischen in historischen Kostümen römischer Soldaten und biblischer Klageweiber begleitet worden.

In den 1980er Jahren überlebte der Schildermaler Enaje einen schweren Sturz von einem Gebäude. Er glaubte an ein Wunder. In einem Gelübde verpflichte sich der Katholik, die Kreuzigung Jesu nachzustellen. Seine erste Kreuzigung fand am Karfreitag 1986 statt.

Zum letzten Mal am Kreuz

Ursprünglich sollte sein Gelübde neun Jahre dauern, doch er verlängerte es seiner kranken Frau und Tochter zuliebe zunächst um weitere 18 Jahre. Da kein geeigneter Nachfolger gefunden werden konnte, gab Enaje auch danach weiterhin den gekreuzigten Jesus.

Seine Kreuzigung am Karfreitag 2026 sei aber definitiv die letzte, sagte Enaje philippinischen Medien. Bei seiner letzten Kreuzigung wolle er für den Frieden in der Welt beten.

In vielen Städten der überwiegend katholischen Philippinen tragen Menschen an Karfreitag Kreuze durch die Straßen oder geißeln sich blutig. Live-Kreuzigungen lehnt die Kirche ab, ohne jedoch diese extreme Volksfrömmigkeit zu verbieten. (KNA)