Weiterer Termin vor Gericht

Ex-Klarissen bestreiten weiter Vernachlässigung von Mitschwestern

Veröffentlicht am 10.04.2026 um 11:27 Uhr – Lesedauer: 

Bilbao ‐ Der Prozess um Vernachlässigungsvorwürfe gegen die schismatischen Klarissen von Belorado zieht sich. Mit einem neuen Anwaltsteam haben zwei der Schwestern nun erneut vor Gericht ausgesagt.

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Ihr ehemaliges Kloster haben sie verlassen – die rechtlichen Probleme der schismatischen Klarissen von Belorado sind aber noch nicht ausgestanden: Vor Gericht müssen sie sich wegen Vorwürfen der Vernachlässigung von fünf älteren Mitschwestern verantworten. Zwei der ehemaligen Nonnen wiesen die Vorwürfe am Donnerstag vor dem Untersuchungsgericht in Bilbao zurück, wie Religion Digitál berichtet. Die beiden Frauen sagten aus, dass sie sich "hervorragend" um die älteren Schwestern gekümmert hätten. "Wir kommen mit reinem Gewissen hierher, um die Wahrheit zu verteidigen", sagte eine der Schwestern gegenüber Medienvertretern.

Die acht ehemaligen Klarissen hatten bereits im Februar ausgesagt, auf Antrag ihrer mittlerweile ausgetauschten Anwälte haben die beiden Frauen nun ihre Aussagen weiter ergänzt. Weder hätten sie sich auf Kosten der älteren Schwestern bereichert noch stimme der Vorwurf, dass sie unter unzumutbaren hygienischen Bedingungen gelebt hätten. Laut den Anwälten der Frauen gebe es derzeit keine Anklage gegen sie, sie seien lediglich Gegenstand von Ermittlungen. Außerdem werde gegen die Ex-Nonnen nicht mehr wegen Urkundenfälschung ermittelt, nachdem der zuständige Untersuchungsrichter das Verfahren eingestellt hatte.

Unterschiedliche Aussagen über Zustand des Klosters

Mitte Dezember hatte die spanische Polizei fünf Schwestern im Alter zwischen 87 und 101 Jahren aus dem Kloster Orduña befreit, in die sie die schismatischen Ex-Klarissen verbracht hatten. Die Frauen seien in einem vernachlässigten und abgemagerten Zustand gefunden worden, hieß es aus Polizeikreisen. Aufgrund ihres Alters und eingeschränkter kognitiver Fähigkeiten sei es ihnen nicht möglich gewesen, um Hilfe zu bitten und sich gegen ihre Behandlung zu wehren. Die betagten Schwestern wurden zunächst medizinisch untersucht. Eine von ihnen starb im Krankenhaus von Burgos. Die verbliebenen vier sind mittlerweile in verschiedenen Klöstern der Klarissen-Föderation untergebracht, wo sie eine adäquate Pflege erhalten können.

Mitte März, kurz vor Auslaufen der vom Gericht gesetzten Frist, haben die acht verbliebenen schismatischen Klarissen das Kloster Belorado freiwillig verlassen und an den Päpstlichen Kommissar, den Erzbischof von Burgos Mario Iceta, übergeben. Über den Zustand des Klosters gibt es unterschiedliche Aussagen: Während die ehemaligen Klarissen betonen, das Anwesen einwandfrei übergeben zu haben, sprach die Erzdiözese von einem bedauernswerten Zustand, "schmutzig und voller Ratten". Die ehemaligen Schwestern hätten zudem fast das gesamte Mobiliar mitgenommen. (fxn)