"Frauen müssen endlich zu Diakoninnen geweiht werden"

Verbände drängen auf Öffnung kirchlicher Ämter für Frauen

Veröffentlicht am 15.04.2026 um 15:07 Uhr – Lesedauer: 

München ‐ Am Fest der heiligen Katharina von Siena rücken katholische Verbände in Deutschland Gleichberechtigung in den Fokus. Sie kritisieren Diskriminierung in der Kirche – nicht nur von Frauen.

  • Teilen:

Unter dem Leitwort "Gott diskriminiert nicht" steht der diesjährige "Tag der Diakonin +plus". Wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten, wird er am 29. April von 16 bis 19 Uhr in der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München begangen. Die ausrichtenden katholischen Verbände verbinden den Aktionstag mit Forderungen nach mehr Gleichberechtigung und strukturellen Reformen in der Kirche.

Das Motto greift Impulse der Initiative "#meingottdiskriminiertnicht" auf. Diese hatte zuletzt mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion Aufmerksamkeit erzielt: Neun Theologinnen und Theologiestudentinnen bewarben sich beim Priesterseminar Freiburg, obwohl Frauen der Zugang zum Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche nicht offensteht.

Zu den Trägern des Aktionstags gehören die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), das Netzwerk Diakonat der Frau, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sowie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Erinnerung an besonderem Datum

Der Gedenktag wird jährlich am 29. April, dem Fest der heiligen Katharina von Siena, begangen. Seit 2024 trägt er den Zusatz "+plus", mit dem nach Angaben der Veranstalter auch weitere bislang nicht anerkannte Berufungen und nicht-heterosexuelle Menschen innerhalb der Kirche einbezogen werden sollen.

Die frühere kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil erklärte: "Frauen müssen endlich zu Diakoninnen geweiht werden. Frauen sollen ihre Berufungen endlich leben können – auch die zur Priesterin in der römisch-katholischen Kirche." Zudem müssten alle Menschen, deren Berufungen von der Kirche nicht anerkannt werden, ihre Berufungen leben können – "unabhängig vom Geschlecht". (KNA)