Kölner Offizial ist Apostolischer Kommissar in Kreitz

Eingesetzter Kloster-Leiter: Erwarte keinen zweiten Fall Goldenstein

Veröffentlicht am 22.04.2026 um 11:58 Uhr – Lesedauer: 

Neuss ‐ Das Kloster Kreitz in Neuss steht vor dem Aus. Kürzlich hat der Vatikan den Kölner Offizial Peter Fabritz zum Leiter bestimmt. Er ist optimistisch, dass es für die verbliebenen Schwestern eine gute Lösung geben werde.

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Der eingesetzte Leiter des auf die Schließung zugehenden Benediktinerinnenklosters Kreitz im Erzbistum Köln geht davon aus, dass die Frage nach der Zukunft der verbliebenen Schwestern in gutem Einvernehmen gelöst wird. Er werde von Freunden damit aufgezogen, dass er einen zweiten Fall Goldenstein verhindern müsse, sagte der Kölner Offizial Peter Fabritz im Interview des Portals "domradio.de". (Dienstag). "Aber hier bin ich wirklich optimistisch. Da hat es auch vorher schon Gespräche mit einem anderen Kloster gegeben und es sieht so aus, dass die Schwestern wirklich bereit sind, dorthin zu ziehen."

Vergangene Woche hatte das Erzbistum Köln mitgeteilt, dass der Vatikan Fabritz zum Apostolischen Kommissar des Klosters ernannt hat. Seit einigen Jahren gibt es Debatten um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft. Aktuell gehören ihr noch fünf Frauen an, wobei zwei in einem Pflegeheim leben. "Aufgrund zunehmender Herausforderungen" sei die Gemeinschaft seit Ende 2023 in enger Abstimmung mit dem Heiligen Stuhl von der Föderation und dem Erzbistum intensiv begleitet worden, um tragfähige Perspektiven zu entwickeln, hieß es. Mit den drei dort noch dort verbliebenen Schwestern (61, 85 und 90 Jahre alt) würden derzeit individuelle Lösungen erarbeitet.

Fabritz hat mit seiner Ernennung die Rechte und Pflichten übernommen, die der Priorin zukommen. Seine Aufgabe ist es, die Versorgung der Schwestern sicherzustellen. Dazu gehören alle Fragen der Altersabsicherung sowie rechtlicher und finanzieller Aspekte im Falle eines Wechsels in andere Gemeinschaften. Darüber hinaus ist er für die laufende Verwaltung verantwortlich und soll die zukünftige Entwicklung der Liegenschaft begleiten.

Keine andere Gemeinschaft in Sicht

Dass eine andere Gemeinschaft in das Kloster einzieht, halte er im Moment für unwahrscheinlich, so der Leiter des Kirchengerichts im Erzbistum Köln. "Es muss jetzt über eine neue, andere Verwendung dieses Klosters nachgedacht werden. Aber da sind wir in den Verhandlungen noch ganz am Anfang." Es habe schon Gespräche mit einem karitativen Träger gegeben, doch es sei fraglich, ob diese zu einem Ergebnis führen. Daher müsse der Blick auf andere mögliche Träger gerichtet werden.

Das Kloster Kreitz liegt im Neusser Stadtteil Holzheim und wurde 1899 fertiggestellt. Es handelt sich um eine Ausgründung des Klosters Mariahilf der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament in Bonn-Endenich. 1901 wurde es zum Priorat erhoben. Die höchste Zahl an Nonnen, die in dem Kloster gelebt haben, waren 70 Schwestern in den 1950er Jahren. Seit den 1970er-Jahren gibt es einen stetigen Rückgang.

Die Situation in Kreitz weckt Erinnerungen an das österreichische Kloster Goldenstein bei Salzburg. Das Schicksal der drei dort lebenden betagten Schwestern sorgt seit dem vergangen Sommer international für Schlagzeilen. Anfang September waren sie gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. (mal)