24-jähriger Benediktiner: "Für mich ist der Humor in der Kirche wichtig"

Bruder Lukas Grote ist neuer Sprecher auf dem YouTube-Kanal von katholisch.de "Gebetsraum" und übernimmt diese Aufgabe von Pater Philipp Meyer, der bislang dieses Format gestaltet hat. Für den 24-jährigen Benediktiner aus Münsterschwarzach ist dies eine besondere Aufgabe. Er ist selbst viel in den Sozialen Medien unterwegs und kennt die Herausforderungen dabei, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Ein Interview.
Frage: Bruder Lukas, Sie sind der neue Protagonist des Abendgebets auf unserem YouTube-Kanal "Gebetsraum". Was möchten Sie neu in das Format einbringen?
Bruder Lukas: Was mich so ein bisschen ausmacht, ist eine ganz große Freude am Glauben. Für mich ist das Lachen und der Humor immer etwas sehr, sehr Wichtiges und ich würde das gerne auch in diesen Gebeten weiter mit den Usern des Formats teilen. Ich freue mich sehr auf das gemeinsame Beten mit der Community.
Frage: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie gefragt wurden, dieses Format zu übernehmen?
Bruder Lukas: Also, das Erste, was mir eingefallen ist, als ich die Anfrage bekommen habe, das Abendgebet zu gestalten, dass das ein tägliches Format ist. Da steckt viel Arbeit drin, und ich möchte mir viele Gedanken darüber machen, was ich den Menschen erzählen will. Es sind große Fußstapfen, die mein Mitbruder Pater Philipp hinterlässt. Ich habe das selbst über viele Jahre mitverfolgt, was er den Menschen im Gebetsraum und auf YouTube mit auf den Weg gegeben hat. Und dass ich jetzt selbst, anstelle von ihm, an dieser Stelle stehen darf, das ist nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine große Aufgabe für mich.
Frage: Welche Chance sehen Sie in so einem Verkündigungsformat in den Sozialen Medien?
Bruder Lukas: Ich denke, wenn wir heute die Kirche gestalten wollen oder wenn wir dafür sorgen wollen, dass die Kirche in Zukunft noch Bestand hat und unsere christliche Botschaft in der Gesellschaft eine Relevanz behält, dann müssen wir oder dann sind wir Christen dazu aufgefordert, das auf ganz vielen verschiedenen Wegen in die Welt zu bringen. Da ist das Abendgebet eine wunderbare Gelegenheit, wie man viele Menschen erreichen kann und gute Impulse für das alltägliche Leben geben kann.
Frage: Was wünschen Sie sich von Ihrem zukünftigen Publikum?
Bruder Lukas: Von denen, die die Gebetsvideos anschauen werden, wünsche ich mir immer wieder ehrliche Rückmeldungen, damit ich gut auf das eingehen kann, was vielleicht die gesellschaftlichen Themen sind, die die Schauenden interessieren und was sie bewegt. Das wäre mir sehr wichtig, dass wir gemeinsam eine Gottesdienstgemeinschaft sein können und gemeinsam beten und diese Gemeinschaft spüren.
Zum Konvent, der Mönchsgemeinschaft, der Abtei Münsterschwarzach gehören derzeit rund 89 Mönche. Von diesen leben einige dauerhaft oder auf Zeit in Missionsklöstern. Bruder Lukas Grote ist zur Zeit in Salzburg zum Studieren.
Frage: Sie übernehmen das Gebetsformat, das bereits 3.000 Folgen hatte. Ist das für Sie ein Druck oder mehr ein Rückenwind, weil Sie wissen, dass es treue Zuschauer gibt, die Sie unterstützen?
Bruder Lukas: Das Team des Abendgebets hat in dieser Hinsicht viel Erfahrung, von der ich profitieren kann. Für mich ist es eine persönliche Chance, innerlich zu wachsen und zu reifen, mich selbst auch weiterzuentwickeln. Und ich glaube, dass das für mich etwas sehr Wichtiges in diesem Zusammenhang ist. Ich bin selbst schon viel in den Sozialen Netzwerken unterwegs, gestalte regelmäßig Videos auf Instagram. Ich erhalte viele positive Rückmeldungen dort, weil ich zu zeigen versuche, wie mein Leben im Kloster ist. Zurzeit studiere ich Theologie in Salzburg und wohne dort bei meinen Mitbrüdern. Ich freue mich auch über kritische Rückmeldungen, denn die sind genauso hilfreich und bringen mich weiter.
Frage: Gibt es etwas, das Sie Ihrem Vorgänger mitgeben möchten?
Bruder Lukas: Ich wünsche Pater Philipp auf jeden Fall, dass er weitere gute Aufgaben findet, wo er sich mit seinem Charisma, mit seinen Ideen, seine Gedanken einbringen kann und das in den Dienst der Kirche stellen kann, so dass viele Menschen davon profitieren können. Ich denke, er wird seinen Weg gut weitergehen und wir werden bestimmt wieder von ihm hören.
Frage: Haben Sie eine Lieblingsstelle in der Bibel?
Bruder Lukas: Mich begleiten viele Bibelstellen auf meinem Weg. Unter anderem aus dem Lukasevangelium, weil ich ja auch den Namen des Evangelisten trage. Die Antrittsrede Jesu in seiner Heimat Synagoge, wo er davon spricht, den Armen das Evangelium zu verkünden, berührt mich immer wieder. Seine Botschaft, seine Ideen weiterzugeben und vielleicht auch mal gegen so manche Widerstände anzukämpfen. Die Bibel ist voll von wunderbaren Schätzen und ich bin sehr dankbar und sehr froh, dass wir das immer wieder im Gottesdienst oder auch im persönlichen Bibelstudium erkennen und erfahren dürfen. Ja, und ich werde den Usern des Abendgebets bestimmt einige Bibelstellen nahebringen. Darauf freue ich mich schon.