Kardinal Schönborn als Gastredner

Prager Erzbischof Pribyl ins Amt eingeführt

Veröffentlicht am 26.04.2026 um 08:59 Uhr – Lesedauer: 

Prag ‐ Der neue Prager Erzbischof will Brücken zwischen Kirche und moderner Gesellschaft bauen. Dabei hat er es in Tschechien mit einem gesellschaftlich und politisch nicht leichten Umfeld zu tun.

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Prags neuer Erzbischof Stanislav Pribyl hat am Samstag sein Amt angetreten. In einem Festgottesdienst im Veitsdom bekundete der 54-Jährige den Willen, Brücken zu bauen zwischen Tradition, Glaube und säkularer Gesellschaft. Der frühere Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn legte als Gastredner Pribyl das "Vertrauen zwischen Hirte und Herde" ans Herz. Es gelte, besonders auch auf jene Stimmen zu hören, die unbequeme Wahrheiten aussprechen.

Tschechiens Präsident Petr Pavel gratulierte Erzbischof Pribyl in einer kurzen, protokollarischen Ansprache zu seiner neuen Aufgabe und unterstrich die Bedeutung eines respektvollen und konstruktiven Verhältnisses zwischen Staat und Kirche. Die Zusammenarbeit müsse auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamer Verantwortung für die Gesellschaft beruhen. Ein jahrelang vorbereiteter Grundlagenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und Tschechien war Anfang April an Einwänden des tschechischen Verfassungsgerichts gescheitert.

Pribyl ist der 38. Erzbischof von Prag. Von 2002 bis 2011 leitete er die Prager Provinz des Redemptoristen-Ordens, dessen Mitglied er ist. Zuvor war er Caritaspräsident der Erzdiözese Prag. Seit 2016 amtierte Pribyl als Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, bevor Papst Franziskus ihn Ende 2023 zum Diözesanbischof von Litoměřice ernannte. Neben Doktortiteln in Theologie und Kunstgeschichte besitzt Pribyl einen Master-Abschluss in Ökonomie und Management.