Vatikan sucht bei Segnungen Verständigung mit deutschen Bischöfen
Der Meinungsstreit zwischen einem Teil der deutschen Bischöfe und dem Vatikan über Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geht offenbar in eine neue Runde. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sagte dazu am Mittwochabend in Rom auf Journalistenfragen nach möglichen Sanktionen gegen deutsche Bischöfe: "Wir sind im Dialog, es ist noch zu früh, dazu etwas zu sagen, das ist eine Entscheidung, die beim Papst liegt." Zugleich betonte er, er sei zuversichtlich, dass man eine Einigung finden werde.
Weiter sagte der Chefdiplomat des Papstes, jede Entscheidung müsse im Einklang mit dem Kirchenrecht und dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) sein. "Ich hoffe, dass wir niemals zu Sanktionen kommen werden, sondern die Probleme friedlich lösen können, wie es in der Kirche sein sollte", so die Nummer zwei im Vatikan. "Wenn wir die Verhandlungen wieder aufnehmen, wird man sehen, ob es zu einer Einigung kommt."
Der Präfekt des vatikanischen Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Fernández, hatte am Mittwochmittag über das Portal "Vatican News" erklärt, er habe den deutschen Bischöfen schriftlich und mündlich mitgeteilt, dass der Vatikan die feierliche Segnung gleichgeschlechtlicher und anderer kirchlich nicht ehefähiger Paare ablehne. Diese Ablehnung beziehe sich auch auf die derzeit in Deutschland in mehreren Bistümern in Kraft gesetzte Handreichung zur "Segnung von Paaren, die sich lieben". Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatte hingegen zuvor erklärt, dass diese Handreichung mit dem Vatikan abgestimmt sei. Auch Papst Leo XIV. hatte sich bereits zu dem Thema geäußert und betont, der Vatikan habe den deutschen Bischöfen mitgeteilt, dass er feierliche Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare ablehne. (KNA)
