Durchs Reden kämen Leute zusammen

Nach Predigt-Kritik: FPÖ-Politiker lädt Bischof zu "Kaffee und Kuchen"

Veröffentlicht am 07.05.2026 um 09:50 Uhr – Lesedauer: 

Innsbruck ‐ Mit einem lautstarken Zwischenruf soll ein FPÖ-Politiker die Predigt eines Bischofs gestört haben. Nun lädt dieser den Geistlichen für ein Gespräch ein: "Ich glaube, wir zwei schaffen das."

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Nach seiner öffentlichen Kritik an der Predigt des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler bei einem traditionellen Festgottesdient hat der FPÖ-Abgeordnete Christoph Steiner den Geistlichen zu einem Gespräch eingeladen. "Lieber Herr Bischof Glettler, ich habe dir ja schon an deine Diözese mit der Bitte den Brief geschrieben, treffen wir uns und reden wir drüber", sagte der Nationalrats-Abgeordnete der Freiheitlichen Partei Österreichs am Mittwoch in einem Video auf seinen Social-Media-Kanälen. "In Tirol und ganz Österreich kommen ja durchs Reden die Leute zusammen", so Steiner.

Der Politiker lud den Bischof "auf Kaffee und Kuchen" ein. "Ich glaube, wir zwei schaffen das, ganz ohne Zwischenrufe der ÖVP ein gutes Gespräch zu führen und dann schauen wir mal, was herauskommt." Dann könne man reden, "über deine Vorstellungen, über meine". Er selbst werde keinen Kaffee trinken, sondern esse lieber Kuchen – "wie man sieht".

Eklat bei Festgottesdienst

Steiner betonte zuvor, er habe die Einladung an Glettler auch in einem Interview mit dem ORF geäußert. Der Sender habe das mehrminütige Interview aber derart zusammengekürzt, "dass die Einladung an den Bischof gar nicht gebracht wurde".

Wie die "Tiroler Zeitung" am Montag berichtete, hatte Steiner mit einem lautstarken Zwischenruf die Predigt Glettlers beim Gauder Fest in Tirol gestört. Demnach rief der Politiker, Glettler wäre "besser grüner Politiker geworden". Der Politiker dementierte, die Äußerungen gerufen zu haben. Er habe sie lediglich einer Sitznachbarin gesagt. Inhaltlich hielt er auf Anfrage der Zeitung aber an seiner Kritik fest. Glettler habe 20 Minuten lang die FPÖ diskreditiert. "Das war der echte Skandal bei der Messe. Für mich als gläubiger und bekennender Katholik gehört parteipolitische linke Agitation nicht in eine Eucharistiefeier, das sollte der Bischof von Innsbruck verstehen und einsehen", so Steiner. Der Vorfall hatte für Kritik unter anderem von der ÖVP gesorgt. (cbr)