"Zeit der großen Orden vorbei"

Schweizer Kapuziner schließen sich deutscher Provinz an

Veröffentlicht am 09.05.2026 um 09:53 Uhr – Lesedauer: 

Zürich ‐ Wegen stark gesunkener Mitgliederzahlen schließen sich die Schweizer Kapuziner der Deutschen Provinz an. Es soll zwar kein Kloster geschlossen werden, doch einen Teil ihrer Eigenständigkeit werden sie verlieren.

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Die Schweizer Kapuzinerprovinz schließt sich der Deutschen Kapuzinerprovinz an. Wie das Portal kath.ch am Freitag berichtet, beschlossen dies die Ordensmitglieder bei einem Sonderkapitel in Luzern. Grund sind sinkende Mitgliederzahlen und Strukturvereinfachungen.

Zur Schweizer Provinz gehören derzeit rund 75 Brüder in acht Klöstern. Durch den Anschluss an die deutsche Provinz sollen Synergien genutzt und Strukturen verschlankt werden.

Kapuziner: "Zeit der großen Orden vorbei"

Der Kapuziner Willi Anderau sagte gegenüber kath.ch, im Alltag der Schweizer Kapuziner werde sich durch den Zusammenschluss nichts ändern. Die Schweizer Provinz verliere jedoch einen Teil ihrer Eigenständigkeit. Klosterschließungen seien derzeit nicht geplant.

Die Neuordnung sei vor allem Folge des starken Rückgangs der Ordensmitglieder. "Als ich 1966 bei den Kapuzinern eingetreten bin, gab es noch 800 Kapuzinermönche in der Schweiz", sagte Anderau. "Die Zeit der großen Orden in Europa scheint vorbei."

Ähnliche Entwicklungen gibt es nach Ordensangaben auch in Österreich, Belgien und den Niederlanden. Weltweit gehören dem Kapuzinerorden mehr als 10.000 Brüder an. Die Kapuziner sind Teil der franziskanischen Ordensfamilie um den heiligen Franz von Assisi. (KNA)