So betet Bischof Franz Jung
Der Würzburger Bischof Franz Jung startet seinen Tag mit Stille statt Smartphone: "Mein Tag beginnt am frühen Morgen mit zwanzig Minuten stillem Gebet – noch vor dem Checken der Mails und dem Blick in die Nachrichten", schreibt der 62-Jährige in der "Tagespost" (Sonntag, online).
Wenn ihm das Beten schwerfalle, nehme er "Zuflucht zur Fürbitte, vor allem für die Mitbrüder und die Mitarbeitenden". Sein Beten im Laufe des Tages unterscheide sich: Zum einen gebe es "das amtliche Beten des Bischofs, der sich zum Tagzeitengebet verpflichtet hat und die Eucharistie feiert"; zum anderen gebe es den "Menschen, der sich im persönlichen Gebet auf seinen bischöflichen Dienst vorbereitet".
Kein Social Media
Besonders wichtig sei ihm dabei das kontemplative Gebet geworden. "Dabei meint Kontemplation das stille Verweilen in der Gegenwart Gottes", erklärt Jung. Beim Beten helfe ihm der Ruf des Herzensgebets: "Jesus Christus, erbarme dich meiner!"
Zudem verrät der Bischof, warum er soziale Netzwerke meidet: "Was ich wissen muss, erfahre ich eh, vieles andere ist überflüssig und oft wenig hilfreich, meist sogar bösartig und der Seele abträglich." Jung beobachtet, "wie viele Menschen nie in der Gegenwart leben, sondern permanent abwesend sind". Wichtig sei ihm deshalb, "die innere Stille zu wahren".
Auch nach anstrengenden Tagen suche er bewusst noch einmal Ruhe und Gebet. Besonders herausfordernd sei für ihn der Tagesabschluss, wenn er "müde und abgekämpft, aufgewühlt oder auch ratlos nach Hause" komme. Dann gehe es darum, "in der Komplet das 'Zeitliche zu segnen' und den Tag zurückzulegen in die Hände des Herrn". (KNA)
