Mann nach Brandstiftung in Kirche verurteilt – Pfarrer reicht ihm Hand
Wegen Brandstiftung in einer Kirche ist ein 52-jähriger Pole in Niederösterreich zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das zuständige Landesgericht Korneuburg die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum an, berichtete die "Kronen Zeitung" am Donnerstag. Der Mann hatte Anfang Februar in der Stadtpfarrkirche in Bruck an der Leitha einen Brand gelegt und dies damit begründet, dass ihm kalt gewesen sei.
Er warf Zeitschriften sowie Gebet- und Gesangbücher in brennende Gebetkerzen; anschließend trat er einen Kerzenständer um und schüttete Kerzenöl aus, um das Feuer weiter zu entfachen. Der Pfarrer und ein weiterer Passant bemerkten das Feuer und versuchten zunächst, es mit einem Feuerlöscher einzudämmen, was jedoch nicht gelang. Die Feuerwehr löschte den Brand schließlich in einem dreistündigen Einsatz. Der Schaden soll rund 230.000 Euro betragen haben.
Gutachter sieht gefährliche Kombination
Laut Bericht handelt es sich bei dem Täter um einen Obdachlosen, der insgesamt bereits 15 Lebensjahre im Gefängnis verbracht habe. "Ich habe Hilfe gesucht. Und Wärme", sagte er bei der Verhandlung. Ein Gerichtsgutachter sieht bei ihm demnach eine gefährliche Kombination aus Alkoholsucht, Aggressivität und Depressionen mit "extrem schlechter Prognose".
Der Angeklagte entschuldigte sich während des Prozesses persönlich beim Pfarrer. Dieser ging daraufhin zur Anklagebank um reichte dem Mann die Hand mit den Worten: "Alles Gute. Gott segne Sie". (mal)
