"Tatort"-Schauspielerin: Anti-Nazi-Predigten von Galen begeistern

Mechthild Großmann, Schauspielerin, wünscht sich mehr Bekanntheit für die Predigten des früheren Münsteraner Bischofs, Kardinal Clemens August von Galen, gegen den NS-Staat. "Ich bin so begeistert von der Klugheit der Rede und von dem Mut von Galens", sagte die 77-Jährige im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Der auch als "Löwe von Münster" bekanntgewordene Bischof gilt als wichtige Symbolfigur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. In seinen Predigten wandte er sich vor allem gegen Euthanasie, Nazi-Terror und Willkür. "Es hat mich total überrascht, dass von Galen mit einer solchen Klarheit die Naziverbrechen im Jahr 1941 ausgesprochen hat. Und trotzdem haben nachher viele gesagt, sie hätten nichts gewusst", so Großmann. Der Kardinal habe alles, was im damaligen Deutschen Reich passierte, mit den Geboten Gottes ausgeglichen.
Großmann: Ganz große Ehre
Die Schauspielerin, die vor allem durch ihre Rolle als Oberstaatsanwältin Wilhelmine Klemm im Münsteraner "Tatort" bundesweite Bekanntheit erlangte, wird demnach am Freitag eine der Predigten in der Pfarrkirche Sankt Catherina im niedersächsischen Dinklage vortragen. Der Kardinal starb vor 80 Jahren, am 22. März 1946.
Schon in ihrer Kindheit habe die gebürtige Münsteranerin bei jedem Wochenmarktbesuch mit ihrer Familie Blumen an das Grab des Bischofs in der Krypta im Paulus-Dom gelegt. Auch bei Dreharbeiten für den Münsteraner "Tatort", habe sie das Grab noch ab und an besucht. "Ich empfinde das als eine ganz große Ehre, diesen Text vorlesen zu dürfen", betonte Großmann. "Ich glaube, meine Mutter springt jetzt von Wolke zu Wolke." (KNA)