Nach Initiative von 2018

Umfrage unter Bistümern: Anteil der Frauen in Leitungsjobs wächst

Veröffentlicht am 23.05.2026 um 10:15 Uhr – Lesedauer: 

Frankfurt am Main ‐ Die 27 Bistümer in Deutschland hatten sich vor ein paar Jahren zum Ziel gesetzt, ein Drittel ihrer Führungsjobs mit Frauen zu besetzen. Inzwischen ist das in vielen Diözesen der Fall, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

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In vielen deutschen Bistümern steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) unter den 27 Diözesen ergab, sind in den meisten Bistümern mehr als 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. So arbeiteten in 16 Bistümern mehr als 30 Prozent Frauen in leitenden Funktionen. In fünf Bistümern lag der Anteil unter 30 Prozent. 21 Bistümer schickten verwertbare Zahlen. Manche Bistümer fördern Frauen gezielt, etwa durch Mentoring-Programme.

Die Bistümer hatten sich im November 2018 darauf geeinigt, den Anteil von Frauen in höheren Führungspositionen, die allen Laien offenstehen, binnen fünf Jahren "auf ein Drittel und mehr" zu steigern. "Wir wären als Kirche verrückt, wenn wir auf die Begabung von Frauen verzichten würden", sagte der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, 2017 nach Abschluss des ersten Mentoring-Programms in Kooperation mit dem Bonner Hildegardis-Verein. 260 weibliche Nachwuchskräfte haben seit 2016 davon profitiert.

Viele Bistümer über der Zielmarke

Eine Erhebung der Bischofskonferenz zeigte, dass bis 2023 in den oberen Leitungsämtern ein Frauenanteil von 28 Prozent erreicht wurde. Die obere Leitungsebene entspricht der Ebene unter dem Ortsbischof und seinem Stellvertreter, dem Generalvikar. Auf der mittleren Leitungsebene, also in Abteilungen oder Referaten, betrug der Anteil von Frauen in leitender Funktion 2023 bereits 34 Prozent. Zehn Jahre zuvor – 2013 – waren in den deutschen Bistümern 13 Prozent der oberen Leitungsämter ohne Ordinariat mit Frauen besetzt, auf der mittleren Ebene 19 Prozent.

In den vergangenen Jahren haben viele Bistümer mehr Frauen in Führungspositionen befördert und liegen über der Zielmarke von 33,3 Prozent aus dem Jahr 2018. Im Bistum Würzburg hat sich der Anteil zwischen 2021 und 2026 auf nun 47,5 Prozent fast verdoppelt. Auch im Bistum Erfurt sind 9 von 19 Leitungsfunktionen mit Frauen besetzt (47,4 Prozent). Im Bistum Münster arbeiten 37,4 Prozent Frauen in Leitungsjobs. Auch in Aachen, Bamberg, Hildesheim, Osnabrück, Limburg, Paderborn und München sind Führungspositionen mit mehr als einem Drittel Frauen besetzt. (epd)