Am Magdeburger Dom

Zweitgrößte Glocke Deutschlands enthüllt

Veröffentlicht am 24.05.2026 um 15:38 Uhr – Lesedauer: 

Magdeburg ‐ Größer ist in Deutschland nur der "dicke Pitter" in Köln: Am Magdeburger Dom ist am Sonntag eine neue, 15 Tonnen schwere Glocke enthüllt worden. Die in Innsbruck gegossene Glocke trägt einen besonderen Namen.

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Die neue zweitgrößte Glocke Deutschlands ist am Pfingstsonntag im Magdeburger Domgarten enthüllt worden. Sie ist etwa drei Meter hoch, 15 Tonnen schwer, wurde im österreichischen Innsbruck gegossen und trägt den Namen "Credamus" ("Lasst uns glauben"). Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer sagte bei der Feierstunde vor mehreren Hundert Zuschauern: "Eine Glockenweihe ist immer ein Friedensfest, denn wenn man Bronze nicht zu Waffen, sondern zu Glocken gießt, ist das ein Zeichen des Friedens."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) erklärte: "Es ist ein ganz besonderer Tag für Magdeburg. Denn dem Dom fehlte bisher etwas." Nun sei man wieder in einer Liga mit dem Kölner Dom und der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Er werde sich als Ministerpräsident dafür einsetzen, dass das neue Geläut bis spätestens 2031 wieder komplett erklingen könne und die Domtürme bis dahin dafür ertüchtigt seien. "Das wäre ein besonderes Zeichen – 400 Jahre nach der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg 1631."

Größte Glocke in evangelischer Kirche

Nach der Enthüllung wurde die Bronzeglocke angeschlagen. Sie hat den Schlagton d0. Größer als die "Credamus" ist in Deutschland nur noch der "Dicke Pitter" im Kölner Dom mit einem Gewicht von 24 Tonnen. Es ist Angaben zufolge zugleich die größte Bronzeglocke in einer evangelischen Kirche weltweit. Die Kosten beliefen sich laut Domglockenverein auf rund 400.000 Euro.

Die Glocke ziert auf der Vorderseite ein Christus-Torso mit Brot und Wein, zu dem von beiden Seiten Menschen strömen. Auf der Rückseite sind neben dem Dom Sankt Mauritus und Katharina auch noch neun durch Krieg und Diktatur aus dem Stadtbild Magdeburgs verschwundene Kirchen abgebildet. Damit sind nun alle zwölf Glocken für das künftige Geläut des Magdeburger Doms komplett. Seit 2023 waren bereits sieben weitere, kleinere Glocken neu gegossen worden. Aufgehängt werden kann das Geläut derzeit noch nicht, da die Glockenstühle in den beiden Türmen des Doms erst noch dafür umgebaut werden müssen. (KNA)