Bischof Voderholzer untersagt Piusbrüdern geplante Bischofsweihen

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. die geplante Weihe von vier Männern zu Bischöfen untersagt. Diese soll am 1. Juli in Écône im Wallis in der Schweiz erfolgen. Zuerst hatte die "Mittelbayerische Zeitung" darüber berichtet. Einer der Kandidaten ist der 53-jährige Pascal Schreiber. Der Schweizer ist seit 2020 Regens des Priesterseminars Herz Jesu der Piusbrüder, das seinen Sitz in Zaitzkofen im Bistum Regensburg hat. Da bereits Papst Leo XIV. die Weihe wegen lehrmäßiger Differenzen mit den Piusbrüdern nicht erlaubt hat, droht den Kandidaten sowie dem weihenden Bischof nach dem Kirchenrecht die von selbst eintretende Exkommunikation, also der Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft.
In der Stellungnahme von Voderholzer, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, stellt dieser klar, dass die Piusbruderschaft die notwendigen rechtlichen Bedingungen der römisch-katholischen Kirche für die Weihe missachte. Durch dieses Verhalten sehe er sich erneut genötigt, "die Ordnung der Kirche zu schützen und als Ordinarius loci die unerlaubten Weihespendungen wie auch in den vergangenen Jahren für den Bereich der Diözese Regensburg zu untersagen".
Ehrliches Bemühen erhofft
Er hoffe, dass die Priesterbruderschaft sich künftig ehrlich bemühe, zur vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückzukehren, so der Bischof. Dies erweise sich eben auch in der Achtung der Normen des Rechts der Kirche.
Laut Internetseite der Bruderschaft stammt Schreiber aus einer katholischen Familie von fünf Kindern aus dem Schweizer Kanton Aargau. 1992 trat er ins Priesterseminar in Zaitzkofen ein und setzte später sein Studium in Écône fort, wo er im Sommer 1998 auch zum Priester geweiht wurde. Nach fünf Jahren Seelsorge in Deutschland und der Westschweiz wurde Schreiber den Angaben zufolge erst die Leitung einer Schule für Jungen, dann die einer für Mädchen anvertraut. Ab 2014 war er Ökonom der Priesterbruderschaft, danach Distriktoberer. In Zaitzkofen werden laut den Piusbrüdern über 50 angehende Priester und Brüder aus 16 Ländern ausgebildet. (KNA)