Bischof Voderholzer untersagt Piusbrüdern Priesterweihen in seinem Bistum

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. die geplante Weihe von Männern zu Priestern untersagt. Diese soll Ende Juni in Zaitzkofen (Landkreis Regensburg) erfolgen. Die "Mittelbayerische Zeitung" hatte zuvor darüber berichtet, dass der 53-jährige Pascal Schreiber einer der vier Kandidaten ist, die am 1. Juli in Écône im Wallis in der Schweiz zum Bischof geweiht werden soll. Schreiber ist seit 2020 Regens des Priesterseminars Herz Jesu der Piusbrüder, das seinen Sitz in Zaitzkofen hat.
Bischof Voderholzer machte deutlich, dass er nicht befugt sei, die geplante Bischofsweihe der traditionalistischen Piusbrüder zu verbieten. Dies steht nur Papst Leo XIV. zu. Voderholzer untersagte jedoch, wie schon häufiger in den vergangenen Jahren, die ebenfalls geplanten Priesterweihen der Bruderschaft auf dem Gebiet der Diözese Regensburg.
In der Stellungnahme von Bischof Voderholzer, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, stellt er klar, dass die Piusbruderschaft die notwendigen rechtlichen Bedingungen der römisch-katholischen Kirche für die Priesterweihe missachte. Durch dieses Verhalten sehe er sich erneut genötigt, "die Ordnung der Kirche zu schützen und als Ordinarius loci die unerlaubten Weihespendungen wie auch in den vergangenen Jahren für den Bereich der Diözese Regensburg zu untersagen".
Papst-Erlaubnis fehlt
Die Piusbrüder planen am 1. Juli in der Schweiz die Weihe von vier Männern zu Bischöfen. Da Papst Leo XIV. die Weihe wegen lehrmäßiger Differenzen mit den Piusbrüdern nicht erlaubt hat, droht den Kandidaten sowie dem weihenden Bischof nach dem Kirchenrecht die Exkommunikation, also der Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft.
Einer der Kandidaten ist Pascal Schreiber. Laut Internetseite der Bruderschaft stammt er aus einer katholischen Familie von fünf Kindern aus dem Schweizer Kanton Aargau. 1992 trat er ins Priesterseminar in Zaitzkofen ein und setzte später sein Studium in Écône fort, wo er im Sommer 1998 auch zum Priester geweiht wurde. Nach fünf Jahren Seelsorge in Deutschland und der Westschweiz wurde Schreiber den Angaben zufolge erst die Leitung einer Schule für Jungen, dann die einer für Mädchen anvertraut. Ab 2014 war er Ökonom der Priesterbruderschaft, danach Distriktoberer. In Zaitzkofen werden laut den Piusbrüdern über 50 angehende Priester und Brüder aus 16 Ländern ausgebildet. (KNA)
Aktualisierung, 28.5., 19 Uhr: In der ursprünglichen Meldung der KNA hieß es, Bischof Voderholzer habe Bischofsweihen untersagt. Das wurde nun in Priesterweihen korrigiert.