Oberster Franziskaner: Tue mich mit Reliquienverehrung schwer

Der Provinzialminister der Deutschen Franziskaner, Bruder Markus Fuhrmann, kann mit dem jüngsten Hype um die ausgestellten, sterblichen Überreste seines Ordensgründers Franz von Assisi nicht viel anfangen. Das sagte der Ordensmann dem katholischen Magazin "innehalten" (Erzbistum München und Freising). Als jemand, der in Norddeutschland groß geworden und eher ein Kind der Diaspora sei, tue er sich mit so etwas wie Reliquienverehrung von Haus aus etwas schwer.
Erstmals waren Anfang des Jahres die Gebeine des populären Heiligen für vier Wochen in der Basilika im mittelitalienischen Assisi gezeigt worden. Mehr als 370.000 Menschen aus aller Welt besuchten die ungewöhnliche Schau zum 800. Todestag des Ordensgründers. Fuhrmann war nach eigenen Angaben nicht dabei.
Für viele etwas Besonderes
Ihm sei völlig klar, dass dies für viele Menschen etwas ganz Kostbares und Bedeutendes gewesen sei, Franz von Assisi in seinen sterblichen Überresten sehen zu dürfen, räumte der Ordensmann ein. Dazu komme, dass dafür oft nur ein paar Bruchteile einer Sekunde geblieben seien: "Ja, ich kann das nachvollziehen, meins ist es aber nicht so."
Auf die Frage, wie wohl der heilige Franziskus reagiert hätte, erklärte Fuhrmann: "Ich glaube, er hätte den Kopf geschüttelt und vielleicht auch geschmunzelt." Möglicherweise hätte er aber gesagt: "Klammert euch nicht an irgendwelche Knochen oder Äußerlichkeiten, sondern lasst euch von der Botschaft des Evangeliums treffen und lebt es selber! Sucht Gott auf der Straße, im Staub, bei den Armen und in der Schöpfung! Und ihr werdet ihn dort finden und dann braucht ihr keine Knochen!" (KNA)