Vorwürfe gegen hochrangigen buddhistischen Mönch

Christen in Sri Lanka protestieren gegen Missbrauch durch Mönche

Veröffentlicht am 29.05.2026 um 14:20 Uhr – Lesedauer: 

Colombo ‐ Fast 300 buddhistische Mönche werden in Sri Lanka des Kindesmissbrauchs verdächtigt. Gerade Christen gehen deswegen nun auf die Barrikaden. Was sie jetzt kritisieren und fordern.

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Christen in Sri Lanka gehen gegen Missbrauch durch buddhistische Geistliche auf die Straße. Bei Demonstrationen in den großen Städten des Landes am Donnerstag und Freitag forderten sie, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, ohne politische oder religiöse Einmischung, wie der asiatische Pressedienst Ucanews berichtete.

Hintergrund sind Vorwürfe gegen einen hochrangigen buddhistischen Mönch. Pallegama Hemarathana Thera (71), Hüter von acht wichtigen buddhistischen Kultstätten in Anuradhapura im Norden des Inselstaates, wird vorgeworfen, ein inzwischen 15-jähriges Mädchen mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Der Missbrauch soll schon 2012 begonnen haben; damals war das mutmaßliche Opfer erst 12 Jahre alt. Der Geistliche war demnach bereits am 9. Mai wegen des Tatverdachts festgenommen worden.

Mehr Aufmerksamkeit für Missbrauchstäter

Der Fall hat in Sri Lanka, in dem sich mehr als 70 Prozent der 22 Millionen Einwohner zum Buddhismus bekennen, eine breite und kontroverse Debatte ausgelöst. Nach Angaben der Behörden liegen inzwischen Missbrauchsvorwürfe gegen fast 300 buddhistische Mönche vor, in knapp 30 Fällen sei es zu Anklagen gekommen. "Alle religiösen Stätten, nicht nur buddhistische Tempel, müssen für Frauen und Kinder sicher sein", sagte die an den Protesten beteiligte katholische Frauenrechtlerin Marian Pradeepa. Die Demonstranten kritisierten zudem, dass die öffentliche Aufmerksamkeit sich mehr auf die Verteidigung des Mönchs als auf die Unterstützung des Opfers konzentriere.

Die Christen machen in Sri Lanka mit knapp 7,5 Prozent (entspricht rund 1,65 Millionen Menschen) nur eine kleine religiöse Minderheit aus. Die Mehrheit davon bilden die Katholiken. (KNA)