Künstlerin ist seit 2009 getauft

Punksängerin Nina Hagen: Habe keine Angst vor dem Tod

Veröffentlicht am 30.05.2026 um 11:10 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Sie ist laut und schrill. Aber Nina Hagen bekennt sich auch als Christin. Die Punkröhre erzählt öffentlich, was ihr Jesus und der Glaube bedeuten. Und was Gospelmusik mit ihr macht.

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Sängerin Nina Nagen (71) hat keine Angst vor dem Tod. "Im Gegenteil. Gottes Zeitplan ist perfekt. Jesus hat den Tod für uns alle besiegt. Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, haben wir nichts mehr mit dem Tod an der Backe", sagte sie am Samstag dem katholischen Kölner Internetportal domradio.de. "Wir werden eines schönen Tages unsere Knochen hier liegen lassen, wie sich das gehört, aber wir bekommen dann einen neuen himmlischen Körper. Und darauf freue ich mich."

Sie sei schon in der Pubertät mit dem christlichen Glauben in Berührung gekommen, berichtet die in Ostberlin geborene Sängerin und Schauspielerin, die aus einem atheistischen Elternhaus stammt. Auf die Bibel sei sie über das Werk von Bertolt Brecht aufmerksam geworden. "So habe ich angefangen, darin zu lesen, und wurde schon sehr früh quasi zum Jünger von Jesus. Weil ich mich in die Tatsache verliebt hatte, dass es tatsächlich den einen richtig guten Menschen gibt, der er ist."

Auf die Frage, was für sie der Himmel ist, sagte Hagen, Jesus habe betont, dass das Himmelreich schon jetzt angebrochen sei. "Das heißt, dass all die Menschen, die sich aufrichtig liebhaben, die aufrichtig füreinander da sind, die auch in Krisensituationen solidarisch miteinander sind und Hände ausstrecken, die diplomatisch unterwegs sind bei Kriegsgezeter und Bombengeschwader – dass dies das Himmelreich Gottes ist. Es ist mitten unter uns, wenn wir in der Liebe bleiben."

Gespräch mit Jesus

Beten ist für die Punksängerin ein Gespräch mit Jesus oder Gott: "Und ich erwarte natürlich, wie ein Kind ganz ohne Hintergedanken, dass Jesus mich anhört, dass es zu Jesus dringt, dass ich da bin, dass ich wahrgenommen werde." Die schwarze amerikanische Gospelmusik, die spirituelle Musik oder auch uralte Kirchenmusik seien für sie Einsteiger, um ins Gespräch mit Jesus zu kommen. Auch in der Stille suche sie das Zwiegespräch mit Gott.

Hagen sagte, sie sei derzeit mitten in der Produktion eines neuen Gospel-Albums, das an Weihnachten rauskommen soll. "Denn ich bin ja Erntehelfer von Jesus und ich muss erst noch dieses neue Gospel-Album veröffentlichen. Also, ich muss ranklotzen."

Die Künstlerin ließ sich 2009 nach einer längeren Sinnsuche in einer evangelisch-reformierten Gemeinde taufen. In ihrer 2011 erschienenen Autobiografie "Bekenntnisse" beschreibt sie ihre Abkehr von der Drogensucht und ihre Hinwendung zum christlichen Glauben. (KNA)