Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei Chatseelsorge
Die evangelische Chatseelsorge verzeichnet eine wachsende Nachfrage. Jährlich zähle das Angebot rund 4.500 digitale Besuche, sagte Carsten Krabbes, Koordinator der Chatseelsorge, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Hannover. Zugleich würden angesichts der multiplen Krisen die Anliegen der Ratsuchenden ernster. Darum sucht das Angebot der evangelischen Landeskirchen Hannover und Rheinland bundesweit weitere qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeitende.
"Ganz gleich, mit welcher Beschwernis sich ein Mensch an uns wendet, er ist in aller Regel allein im analogen Leben", sagte der evangelische Pastor. Es seien soziale und psychische Probleme, Zukunfts- und Verlustängste, Krankheit und Trauer sowie Mobbing- oder Gewalterfahrungen, die die Ratsuchenden beschäftigten. "Nicht selten münden unsere Gespräche in Therapien, die unsere Klienten und Klientinnen starten, um konkrete Lebenshilfe zu erfahren."
Leichter Zugang und Anonymität
Die niedrige Schwelle und die mögliche Anonymität seien große Vorteile des Online-Angebots, sagte Krabbes. Bereits das Aufschreiben der eigenen Probleme habe oftmals eine befreiende und heilsame Wirkung. Die Chatseelsorge gibt es seit 2003. Mehr als 30 ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger sind dort ehrenamtlich im Einsatz.
Bislang arbeiten in der Chatseelsorge vor allem Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone sowie andere kirchliche Mitarbeitende mit seelsorgerlicher Ausbildung. Gesucht werden laut Krabbes darüber hinaus weitere Menschen aus ganz Deutschland für das Ehrenamt. Voraussetzungen seien, dass sie innerhalb der evangelischen Kirche eine seelsorgerliche Ausbildung absolviert haben und sich mit dem christlichen Glauben und den Werten der evangelischen Kirche identifizieren können. (epd)
