Neuer Kölner Generalvikar wirbt für gemeinsames Entscheiden
Der neue Generalvikar im Erzbistum Köln ist davon überzeugt, dass eine Entscheidung "besser und fundierter" wird, wenn möglichst viele Menschen daran mitwirken. Das sagte Tobias Hopmann dem Kölner "Domradio" am Montag kurz vor seiner Übernahme des neuen Amtes. Ab Anfang Juni unterstützt er den Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, bei der Leitung des Erzbistums.
In Euskirchen, wo er zuletzt für 16 Pfarreien mit 22 Kirchen zuständig war, habe er die Erfahrung gemacht, "dass man Entscheidungen am besten nicht alleine am Schreibtisch trifft, sondern möglichst viele Menschen einbindet, um deren Sichtweisen und Perspektiven mitzudenken". Die Zeit in der inzwischen fusionierten Großpfarrei sei für ihn persönlich wichtig gewesen, weil er dort etwa gelernt habe, "die tägliche Gemeindepraxis im Blick zu haben oder einen komplexen Fusionsprozess zu begleiten".
Wertvolle Erfahrung statt Umweg
Hopmann gilt als Spätberufener, weil er sich erst nach einer Banklehre und dem Lehramtsstudium für die Priesterlaufbahn entschied. Für ihn ist dieser nicht ganz gerade Berufsweg aber kein überflüssiger Umweg: "Von allen Erfahrungen, die ich gesammelt habe auf den ganz unterschiedlichen Wegen, auch von den Aufgaben bei der Bank oder dem Wissen aus dem Lehramtsstudium, profitiere ich bis heute", betont er.
Auch wenn er sich erst spät für das Priesteramt entschied – kirchlich aktiv war er in seiner Heimatgemeinde schon seit Kindertagen. "Das war mein Zuhause, da habe ich mich schon sehr viele Stunden der Woche aufgehalten und das war mir schon immer wichtig. Aber ich wäre damals nie auf den Gedanken gekommen, Priester zu werden", sagt Hopmann.
Nachhausekommen nach Köln
Vor seiner Zeit in Euskirchen war Hopmann mehrere Jahre lang Domzeremoniar in Köln. Deshalb sei die Übernahme der neuen Aufgabe in Köln für ihn wie ein Nachhausekommen, sagt er. Obwohl er auch gerne in Euskirchen geblieben wäre. Während seines Studiums in München ist dem Rheinländer der Karneval besonders ans Herz gewachsen: "Dort wurde man mit dem Karneval identifiziert und dann war ich eben der Rheinländer. Ich habe dort Karnevalspartys gegeben und dann entwickelte sich das weiter", erinnert er sich.
Zurück in Köln, wurde er dann gebeten, Feldkaplan im Reiter-Korps von "Jan von Werth" zu werden. Das mache er seit gut zehn Jahren "mit großer Freude". Dazu gehören nicht nur die Teilnahme am Rosenmontagszug auf dem Karnevalswagen des Vereins, sondern Veranstaltungen das ganze Jahr über: "Es gibt auch Trauungen, Taufen, Beerdigungen. Das ist Seelsorge für einen guten Querschnitt unserer Gesellschaft", so Hopmann. (KNA)
