Gegen Scheinlösungen

Bischof Glettler fordert bessere Schwangerenkonfliktberatung

Veröffentlicht am 03.06.2026 um 10:15 Uhr – Lesedauer: 

Innsbruck ‐ Frauen in Konfliktsituationen bräuchten nicht in erster Linie ein medizinisches Angebot, sondern ein menschliches, sagte der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. Er wendet sich gegen Scheinlösungen.

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Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hat sich für eine bessere Beratung von Frauen vor einem Schwangerschaftsabbruch ausgesprochen. "Was viele Frauen in einer Konfliktschwangerschaft suchen, ist nicht in erster Linie ein 'medizinisches Angebot', sondern ein menschliches – eine ehrliche Begleitung sowie eine emotionale und soziale Stärkung", so Glettler in einem Grußwort zur "Woche für das Leben" am Montag. "Gefragt sind Menschen, die wirklich zuhören, mitgehen und Mut machen. Nicht gefragt sind Oberflächlichkeit und 'Scheinlösungen' – gerade dann nicht, wenn eine irreversible Entscheidung getroffen werden muss."

Eine Klinik in Tirol führt seit Anfang Mai auch Schwangerschaftsabbrüche durch. Auf der Webseite der Klinik werde lediglich auf zwei Beratungsstellen verwiesen – das sei "eindeutig zu wenig", so Glettler. Er forderte "eine qualitätsvolle, ergebnisoffene Beratung, um in einer existenziell herausfordernden Situation Alternativen in den Blick zu bekommen, Alternativen zur Tötung des bereits empfangenen Lebens". Weiterhin müssten für eine gelungene Prävention Gründe für Schwangerschaftsabbrüche besser erfasst und auf dieser Grundlage Hilfsangebote aufgesetzt werden. Zudem seien Unterstützungsangebote noch zu wenig bekannt. Der Bischof betonte: "Eine Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung, sondern die Beendigung eines menschlichen Lebens."

Besondere Kritik übte Glettler daran, dass Schwangerschaften mit Kindern mit möglichen Beeinträchtigungen bis zum Geburtstermin abgebrochen werden können. Für Glettler ist das eine "fundamentale Menschenrechtsverletzung". "Was sollen sich Erwachsene mit einer Beeinträchtigung denken? Ist es nicht absolut entwürdigend, als belastender und vermeidbarer Kostenfaktor für die Gesellschaft wahrgenommen zu werden?", so der Bischof. (cph)