"Das halte ich für gefährlich"

Gelsenkirchener Propst Pottbäcker kritisiert AfD-Video

Veröffentlicht am 06.06.2026 um 09:33 Uhr – Lesedauer: 

Gelsenkirchen ‐ In einem Video lassen AfD-Politiker Menschen mit Migrationshintergrund die Straße säubern. Von Propst Markus Pottbäcker kommt Kritik daran. Die Partei hat schon reagiert.

  • Teilen:

Der Gelsenkirchener Propst Markus Pottbäcker hat die AfD dafür kritisiert, dass sie in einem Video Menschen mit Migrationshintergrund dazu gedrängt hat, die Straße zu putzen. "Es ist eine neue Dimension: In einen Stadtteil zu gehen, Menschen anzugehen, ihnen Reinigungsgeräte in die Hand zu drücken, sie zu duzen, so zu tun, als wäre man die Herrin des Verfahrens. Das halte ich für gefährlich", sagte Pottbäcker in einem Bericht des WDR vom Freitag. Betroffen von der Aktion waren vor allem Sinti und Roma.

In dem Video ruft die AfD-Landtagsabgeordnete Enxhi Seli-Zacharias "Diese Menschen müssen unsere Stadt verlassen" in die Kamera. Mit anderen AfD-Politikern sowie Besen und Kehrblech geht sie durch den Stadtteil Ückendorf und fordert Passanten zum Putzen auf. Einige kommen der Aufforderung nach. Nach Recherchen des Senders wurden mehrere der im Video zu sehenden Menschen zum Putzen gedrängt.

Probleme nicht leugnen

Der Stadtteil gilt als problembehaftet, das weiß auch Pottbäcker: "Es wäre verrückt, das zu leugnen." Man könne die Probleme jedoch nicht dadurch lösen, dass man nur eine Bevölkerungsgruppe dafür verantwortlich mache.

Als Reaktion auf die Äußerungen Pottbäckers hatte sich Seli-Zacharias in einem weiteren Video vor die Ückendorfer Kirche gestellt und dort den Boden gefegt. "Das ist eine Reaktion, die zu erwarten war", so Pottbäcker. "Offensichtlich hat es diese Personen im Innersten getriggert, darauf so reagieren zu müssen." (cph)