Entschieden religiös – Wer sind die neubekehrten US-Katholiken?
US-Vizepräsident James David Vance veröffentlicht Mitte Juni eine Biografie über seinen Weg zum Katholizismus. In dem Buch mit dem Titel "Communion: Finding My Way Back to Faith" zeichnet der 41-Jährige seinen Weg aus einfachen Verhältnissen an die Spitze der Macht als spirituellen Werdegang nach. Das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center in Washington nennt dazu in einem aktuellen Beitrag Fakten zu US-amerikanischen Konvertiten:
1,5 Prozent aller erwachsenen US-Amerikaner sind katholische Konvertiten – das heißt, sie geben an, als Kind einer anderen (oder keiner) Glaubensgemeinschaft angehört zu haben. 2024 waren dies rund 4 Millionen Personen. Etwa gleich groß oder etwas kleiner sind entsprechende Gruppen bei protestantischen Kirchen wie Presbyterianern, Anglikanern oder Reformierten. Unter US-Katholiken insgesamt machen Konvertiten 8 Prozent aus. 92 Prozent sind praktisch aus der Wiege in die katholische Kirche aufgenommen worden.
Trotz der Übertritte verliert die katholische Kirche mehr Gläubige: Auf jeden gewonnenen Konvertiten kommen 8,4 Personen, die sich nicht mehr als katholisch betrachten. Der Schwund ist stärker als bei Protestanten – dort liegt das Verhältnis von Zu- und Abgängen bei 1 zu 1,8.
Viele kommen aus dem Protestantismus
Zwei Drittel der zum Katholizismus übergetretenen US-Amerikaner gehörten vorher einer anderen christlichen Kirche an – 59 Prozent einer protestantischen Gemeinschaft, andere der Orthodoxie oder den Mormonen. Fast die Hälfte der Konvertiten gab als Grund des Eintritts eine Heirat an.
Deutlich häufiger sind bei Neo-Katholiken demnach Messbesuch und Kommunionempfang: 38 Prozent der Bekehrten geben an, mindestens wöchentlich eine Eucharistiefeier zu besuchen; bei denen, die von Kindesbeinen an katholisch sind, sagen dies 28 Prozent. Während 58 Prozent der Konvertiten bei jedem Gottesdienst an der Eucharistie teilnehmen, sind es bei den anderen 34 Prozent. Weniger ausgeprägt ist der Abstand, wenn es um tägliche Gebete und die Beichte geht.
Auffallend stärker tendieren übergetretene Katholiken demnach zur republikanischen Partei, der auch Vance und US-Präsident Donald Trump angehören: Während bei "gebürtigen" Katholiken 43 Prozent mit den Demokraten und 52 Prozent mit Republikanern sympathisieren, bekennen sich 60 Prozent der Konvertiten zu den Republikanern und 35 zu den Demokraten. Zudem sind sie überdurchschnittlich häufig Weiße (67 Prozent gegenüber 53 Prozent der seit jeher Katholischen) und gebürtige US-Amerikaner (79 gegenüber 67 Prozent). (KNA)
