Nach Parlamentswahlen: Erzbischof Burger besucht Armenien
Unmittelbar nach der Parlamentswahl in Armenien reist der Freiburger Erzbischof Stephan Burger in das Land im Südkaukasus. Als Vorsitzender der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) will Burger sich dort über die Arbeit der Caritas informieren, wie die Bischofskonferenz am Sonntag mitteilte. Weitere Programmpunkte sind der Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des Genozids an den Armeniern 1915 in Eriwan sowie ein Treffen mit dem Katholikos der Armenisch-Apostolischen Kirche, Karekin II.
Die Auseinandersetzung mit Lösungsansätzen der Menschen vor Ort für bestimmte Probleme könne hilfreich sein, um das eigene Handeln zu reflektieren und von den praktischen Erfahrungen der katholischen Partnerinnen und Partner zu lernen, sagte Burger. Er reist gemeinsam mit der Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Welskop-Deffaa. Zur Delegation gehören zudem der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl sowie der Freiburger Weihbischof Christian Würtz, beide ebenfalls Kommissionsmitglieder.
Konflikt um Berg-Karabach prägt Armenien
"Sowohl die Geschichte wie auch die jüngere Vergangenheit Armeniens sind sehr bewegt und von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Dazu zählt auch der langjährige Konflikt um die Region von Berg-Karabach", sagte Burger. Er freue sich auf den Austausch mit Engagierten vor Ort, denen er auch seine Anerkennung "für die konsequente Arbeit für Notleidende und Hilfesuchende" übermitteln wolle.
Das christlich geprägte Land gilt als wichtiges Bindeglied zwischen Asien und Europa. 2020 und 2023 zwangen militärische Auseinandersetzungen mit Aserbaidschan viele Menschen aus Bergkarabach zur Flucht nach Armenien. Im August 2025 unterzeichneten beide Länder ein Friedensabkommen.
Katholiken sind in Armenien eine Minderheit von knapp einem Prozent beziehungsweise rund 50.000 Menschen. 92 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zur Armenisch-Apostolischen Kirche. (KNA)
