Zugangsgebühr umgehen

Weil Kölner Dom Eintritt verlangt – Verein gewinnt 1.200 Mitglieder

Veröffentlicht am 08.06.2026 um 13:45 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Zwölf Euro für einen Besuch des Kölner Doms sind vielen offenbar zu viel. Wer Mitglied in einem Förderverein ist, darf weiter gratis in die Kathedrale. Nun gibt es einen regelrechten Ansturm auf die Organisation.

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Etliche Menschen versuchen offensichtlich, die künftige Eintrittsgebühr für den Kölner Dom zu umgehen. Seit Ankündigung der Gebühr am 2. Juni hat der Zentral-Dombau-Verein (ZDV) 1.200 Mitgliedsanträge erhalten. Das teilte Präsidentin Barbara Schock-Werner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag mit. Normalerweise seien es etwa 20 Anträge pro Woche. ZDV-Mitglieder müssen für Deutschlands bekannteste Kirche auch künftig keinen Eintritt zahlen. Der Mindestbeitrag bei dem Verein beträgt 20 Euro pro Jahr.

Vergangene Woche hatte Dompropst Guido Assmann angekündigt, dass der Kölner Dom ab dem 1. Juli zwölf Euro Eintritt für Touristinnen und Touristen kostet – pro Besuch. Gottesdienstteilnehmer und Menschen, die in der Kathedrale beten wollen, erhalten weiterhin gratis Zugang, ebenso Kinder bis 13 Jahre und Menschen mit einer Schwerbehinderung. Vergünstigte Tickets für sechs Euro gibt es unter anderem für ältere Schulkinder, Auszubildende und Inhaber eines Sozialpasses aus NRW, nicht jedoch für Rentnerinnen und Rentner.

"Wir freuen uns sehr über die gesteigerten Mitgliederzahlen, dennoch ist es nicht genug", so Schock-Werner, die viele Jahre als Dombaumeisterin in Köln tätig war. Derzeit habe der ZDV rund 22.700 Mitglieder. Es bräuchte etwa 50.000 Mitglieder, die zu einem Jahresbeitrag von 50 Euro bereit wären, rechnete sie vor. Diese Summe würde gemeinsam mit den Zuschüssen des Landes Nordrhein-Westfalen ausreichen, um die Erhaltungskosten des Doms zu bestreiten. Die Mittel des Erzbistums Köln könnten dann für den Betrieb der Kathedrale verwendet werden. Dompropst Assmann hatte wirtschaftliche Gründe für die Einführung des Eintrittsgeldes ins Feld geführt. Der Dom verursacht seit Jahren mehr Kosten, als er Einnahmen bringt. (KNA)