Lebensschutz dürfe nicht verkürzt werden

Kfd fordert mehr Hilfe bei Schwangerschaftskonflikten

Veröffentlicht am 08.06.2026 um 15:44 Uhr – Lesedauer: 

Mainz ‐ Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands positioniert sich zu Paragraf 218: Sie betont den Schutz ungeborenen Lebens, fordert aber zugleich mehr Unterstützung und Selbstbestimmung für Frauen.

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Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) fordert eine bessere Unterstützung von Frauen in Schwangerschaftskonflikten. Die Delegierten des Bundesverbands verabschiedeten am Wochenende bei ihrer Bundesversammlung in Mainz ein neues Positionspapier zum Paragraf 218 im Strafgesetzbuch, der Abtreibungen regelt, wie der Verband am Montag mitteilte.

Dem Beschluss sei ein zweijähriger Meinungsbildungsprozess vorausgegangen. Dieser habe keinen Konsens hervorgebracht, aber eine gemeinsame Grundhaltung deutlich gemacht: "die tiefe Achtung vor dem Leben von Beginn an und zugleich die klare Verpflichtung, Frauen im Schwangerschaftskonflikt nicht allein zu lassen".

Die kfd hält nach eigenen Angaben die Spannung zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung bewusst aus. Sie erkenne das ungeborene Leben als schutzwürdig an und betone zugleich das Recht der Frau auf Gewissensfreiheit, Würde, körperliche Unversehrtheit und eine selbstbestimmte Entscheidung. Der Verband fordert unter anderem freien und kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln, sexuelle Bildung für alle Geschlechter sowie in jedem Bistum eine Ansprechperson für sexuelle Bildung. Zudem verlangt die kfd eine flächendeckende medizinische und gegebenenfalls psychologische Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen sowie den Schutz von Beratungsstellen und Arztpraxen.

Kritik an "männlicher Dominanz"

Lebensschutz darf nach Auffassung der Vereinigung nicht auf die Verhinderung von Schwangerschaftsabbrüchen verkürzt werden. Er umfasse auch soziale Verantwortung nach der Geburt. Kinder dürften kein Armutsrisiko für Frauen und Familien darstellen.

Zugleich kritisiert der Verband eine männliche Dominanz in Theologie und Kirchenhierarchie. Diese habe weitreichende Auswirkungen auf Lehren, Moralvorstellungen und das kirchliche Selbstverständnis. Sie führe zu einer eingeschränkten Sicht auf Sexualität, insbesondere auf weibliche Selbstbestimmung, und wirke bis heute bei der Normierung von Geschlechterrollen sowie der Kontrolle über Sexualität und Fortpflanzung, so der Verband.

Neben dem Papier zum Paragraf 218 verabschiedete die Bundesversammlung ein Positionspapier zur ökonomischen Eigenständigkeit von Frauen. Einstimmig beschlossen wurde zudem ein Eckpunktepapier zur Geistlichen Leitung in der kfd. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands ist mit rund 265.000 Mitgliedern der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands. (KNA)