Papst Leo XIV.: Habe KI gefragt, was ich Bischöfen sagen soll
Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist eines der Themen im Pontifikat von Papst Leo XIV. – und das Kirchenoberhaupt nutzt KI-Sprachmodelle offenbar auch selbst. Wie die Vatikan-Journalistin Ines San Martin am Montag auf dem Netzwerk "X" berichtete, gab Leo bei seinem Treffen mit den spanischen Bischöfen folgende Anekdote zum Besten: Vor seiner Spanienreise habe er die KI gefragt, was der Papst den spanischen Bischöfen sagen sollte. Darauf die Antwort der KI: "Papst Franziskus würde sagen..."
An diesem Punkt habe er die KI-Antwort unterbrochen und eingewandt: "Ich glaube, es gibt jetzt einen anderen Papst." Daraufhin habe die KI sich korrigiert: "Ah, stimmt. Papst Leo ist jetzt der Papst."
Erste Enzyklika bezieht sich auf KI
Papst Leo nutzte die Anekdote, um die Bischöfe an ihren Dienst zu erinnern. Bischöfe hätten einen anderen Algorithmus als die KI, so das Kirchenoberhaupt. "Dieser andere Algorithmus führt uns dazu, die Menschen zu lieben, sie zu begleiten und Diener des Wortes zu sein."
Papst Leo hat sich in seiner Amtszeit immer wieder kritisch zum Umgang mit KI geäußert. In seiner ersten Enzyklika "Magnifica humanitas" bezeichnete er den Umgang mit KI als Zukunftsfrage der Menschheit und forderte wertebasierte Regeln und gesellschaftliche Kontrolle bei deren Einsatz. "In der Zeit der Künstlichen Intelligenz, in der die Menschenwürde aufgrund neuer Formen von Entmenschlichung in den Hintergrund zu treten droht, haben wir die dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben." Seit Samstag bereist das Kirchenoberhaupt Spanien. Neben dem Zusammentreffen mit den spanischen Bischöfen traf der Papst das unter anderem das spanische Königspaar, Missbrauchsbetroffene und hielt eine Rede vor dem spanischen Parlament. (cbr)
