Schauspieler Horst Kummeth: Ohne Kirche fehlte mir die Mitte
Weil ihm sein Leben nicht zum Idealbild der Kirche zu passen schien, ist Schauspieler Horst Kummeth (69) vor rund 20 Jahren aus der Kirche ausgetreten: "Da habe ich gedacht: 'Ich muss da raus. Ich halte mich nicht an die Clubregeln, also muss ich diesen Club verlassen'", sagte Kummeth am Dienstag im "domradio.de"-Interview.
Er habe sich der Kirche nicht mehr zumuten wollen: Zwar sei er fast jeden Tag in die Kirche gegangen, doch es habe sich falsch angefühlt: "Es geht nicht, dass ich da so fromm sitze, aber ein Leben führe, das Gott nicht von mir will." So habe er Dinge getan, "die weder schön noch gut oder richtig waren". So habe er etwa "die eine oder andere Affäre" gehabt, bekennt Kummeth; und er trat aus der Kirche aus.
Gemerkt, dass es ohne Kirche nicht funktioniert
Aber auch das passte für ihn nicht: "Ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass es ohne Kirche überhaupt nicht funktioniert", so der Schauspieler, Regisseur und Autor. Ohne Kirche habe er seine spirituelle Mitte verloren, so Kummeth: "Ich musste wieder rein in diese Kirche, und ich habe wirklich vor Dankbarkeit geweint, als ich wieder drin war." Der aus TV-Serien wie "Wildbach", "Forsthaus Falkenau" und "Dahoam is Dahoam" bekannte Darsteller sagte, er sei in einer sehr katholischen Familie aufgewachsen: "Als Kind hat mir dieser Glaube einfach Sicherheit gegeben. Wenn man das als Kind in die Gene 'eingewurzelt' bekommt, dann wird man das nie wieder los."
Der Glaube habe ihm besonders geholfen, als er mit der lebensbedrohlichen Krankheit seiner neugeborenen Tochter konfrontiert gewesen sei. Er habe nicht mehr weitergewusst und zu Gott geschrien und gesagt: "Hilf mir, Herr, ich weiß nicht weiter!" Kummeth berichtet: "Als wir dann wieder ins Krankenhaus kamen, teilten uns die Ärzte mit, dass etwas Komisches passiert sei. Diese riesigen Blasen in der Lunge waren verschwunden, und die Lunge war vollkommen gesund." Für ihn sei das ein Wunder, das ihm zeige: "Ich muss dieses Leben letztendlich Gott widmen, sonst funktioniert gar nichts."
Kummeth hat aktuell das Buch "Drehbuch meines Lebens" veröffentlicht, in dem er über die Höhen und Tiefen seines Lebens- und Glaubensweges erzählt. Heute engagiert sich der TV-Star, der zusammen mit seiner Frau Eva mehr als 80 Drehbücher schrieb und häufig selbst Regie führte, als Pfarrgemeinderat, Lektor und Kommunionhelfer in einer Münchner Pfarrei. (KNA)
