So etwas gab es noch nie: Papst Leos Flieger kann nicht abheben
"Alzad la mirada – erhebe den Blick": Traurige Uminterpretation des Mottos der Papstreise nach Spanien. Am Ende schauten 81 Journalisten der Papstmaschine an Teneriffas Abendhimmel enttäuscht hinterher. Statt mit ihnen reiste Leo XIV. am Freitag mit der Maschine von Spaniens König Felipe VI. und einigen Kardinälen und Monsignori an Bord zurück nach Rom.
Ausgerechnet bei einem seiner wohl wichtigsten Einsätze hatte der Airbus A320 der spanischen Fluggesellschaft Iberia schlappgemacht. Damit war auch die sonst übliche "Fliegende Pressekonferenz", eine der wenigen Gelegenheiten für unmittelbare Fragen an den Papst, dahin.
Madrid, Barcelona, Kanaren
Am Nachmittag war Leo XIV. am Flughafen Tenerife Norte feierlich verabschiedet worden. Dazu war wieder eigens König Felipe gekommen, der Leo bereits während seines einwöchigen Trips in Madrid und Barcelona getroffen hatte.
Der rote Teppich war ausgerollt, die Ehrengarden standen bereit, ein zufrieden lächelnder Papst bestieg nach einer prall gefüllten Woche den Flieger. Alles schien fertig zum Start, als wiederholt irritierende Schleifgeräusche aus Richtung der Tragflächen zu hören waren. Journalisten, Security und geistliche Entourage des Papstes harrten zunächst gebannt der Geschehnisse. Der Pilot bat um etwas Geduld: Es müsse ein Motorteil geprüft werden.
Papst Leo XIV. steigt nach seiner Spanienreise in ein neues Flugzeug um, das von König Felipe VI. Verfügung gestellt wurde, nachdem sich der Start seines ursprünglichen Flugzeugs aufgrund eines Zwischenfalls am internationalen Flughafen Los Rodeos auf der Kanarischen Insel Teneriffa verzögert hatte.
Doch nach wenigen Minuten bot sich ein erstaunliches Bild beim Blick durch die Luken: Papst Leo eilte schnellen Schrittes an der Seite des Königs und umgeben von einigen Sicherheitsleuten Richtung Empfangshalle des kleinen Flughafens. Ab hier setzte leichte Unruhe bei den Verbliebenen ein. Erste Anekdoten über ähnliche Vorfälle bei lange zurückliegenden Papstreisen machten die Runde, denn viele der Medienschaffenden begleiteten schon oft die verschiedenen Päpste seit Johannes Paul II.
So musste eine Maschine mit dem Papst aus Polen in den 1980er Jahren bei einer Südafrikareise wegen Technikproblemen einen Zwischenstopp in Mosambik einlegen – wegen der damals noch herrschenden Apartheid ein heikles Unterfangen. Während solche und andere Erzählungen ausgetauscht wurden, drehten die Iberia-Techniker den Airbus A320, um vielleicht mit Rückenwind starten zu können – vergebens.
Nach wiederholten Versuchen und bangem Warten der Kabinengäste die Info der Fluggesellschaft und später auch des Vatikans: Wegen eines Maschinenschadens wird Leo XIV. nach Italien an Bord des Flugzeugs seiner Majestät des Königs von Spanien zurückkehren. Seine Landung in Rom werde für 23 Uhr erwartet. Dagegen sollten die Journalistinnen und Korrespondenten von Radio, Fernsehen, Nachrichtenagenturen, Portalen und Zeitungen aus vielen Ländern mit einer aus Madrid herangeholten Ersatz-Maschine der Iberia zurückkehren – ohne den Papst und deutlich später.
Leo in König Felipes "Falcon"
Als die Medienschaffenden das Flugzeug verließen, sahen sie auf dem Rollfeld die Maschine vom Typ Falcon des spanischen Königreichs, die schließlich um 19.08 Uhr Richtung Rom entschwand, an Bord Leo XIV.
Als wäre nichts geschehen, veröffentlichte der Vatikan kurz darauf das traditionelle Abschiedstelegramm des Papstes an Felipe, Staatsoberhaupt seines Gastlandes: Er danke dem König, den Behörden und dem ganzen spanischen Volk für den warmen Empfang und die großzügige Gastfreundschaft. Ebenso versichert er alle Spanier und Spanierinnen seiner fortgesetzten Gebete für Frieden und Einheit der Nation.
Noch vor kurzem war das Video mit dem technikbegeisterten Papst Leo im Cockpit der Iberia-Maschine von Madrid nach Barcelona viral gegangen. Doch da handelte sich um ein anderes Flugzeug der Iberia.
