Theologe Seewald: Viele Fragen zur Synodalität offen

Der Münchner Theologe Michael Seewald sieht bei der Synodalität in der katholischen Kirche viele offene Fragen. Besonders ungeklärt sei die Ebene zwischen Bischofskonferenzen und der Weltkirche, sagte Seewald am Montag in München. Bei der nächsten Bischofssynode im Jahr 2028 müsse es deshalb darum gehen, diese "mittlere, synodale Ebene theologisch zu profilieren".
Papst Franziskus hatte bei Synodalität drei Ebenen unterschieden: die Ebene der Ortskirchen, die Ebene der Weltkirche und eine mittlere Ebene dazwischen. Gerade diese mittlere Ebene bereite Probleme, so Seewald. Schon bei den Bischofskonferenzen sei nicht ausreichend geklärt gewesen, welche theologische Bedeutung sie hätten. Kommen dort nun auch Laien hinzu, verschärfe sich das Problem. Darin sieht der Theologe einen möglichen Grund dafür, dass die in Deutschland geplante Synodalkonferenz "einen derart schweren Stand" habe.
Fehlende Verankerung von Synodalität
Synodalität sei für die Kirche wichtig, betonte Seewald. Sie beruhe auf der Kirche als Gemeinschaft aller Getauften. Mit der Taufe seien Rechte und Verantwortung verbunden. Bisher sei Synodalität in der Kirche jedoch noch nicht so fest verankert wie der Vorrang des Papstes oder das Amt der Bischöfe.
Seewald wünschte der Kirche, dass Synodalität zu einem festen Teil ihrer Ordnung werde. Ob das gelinge, sei aber offen. Möglich sei auch, dass Synodalität "eine mit großem Aufwand eingeführte, aber letztlich von kurzer Dauer bleibende ekklesiologische Vorstellung bleibt". (KNA)