Mahnung an Bischöfe

Papst Leo XIV.: Missbrauch verursacht traumatische Wunden

Veröffentlicht am 17.06.2026 um 18:25 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Wiederholt hat der Papst sexualisierte Gewalt in der Kirche als "Pest" mit schrecklichen Folgen für die Betroffenen gebrandmarkt. Menschen, die sich gegen Missbrauch einsetzen, ermutigte er zum klugen Handeln.

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Papst Leo XIV. drängt zu einem stärkeren Einsatz für eine sichere Kirche gerade für die Schwächsten. "Die Begegnung mit Christus prägt uns positiv und führt uns zu einem Leben voller Liebe und Freiheit", sagte er am Mittwoch im Vatikan. "Missbrauch hingegen bewirkt genau das Gegenteil: Er hinterlässt traumatische Wunden, die die spirituelle und menschliche Entwicklung eines Menschen behindern und untergraben."

Der Papst äußerte sich vor Vertretern des Zentrums für Forschung und Ausbildung zum Schutz von Minderjährigen aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas. Er dankte ihnen, dass sie dafür sorgten, "dass Kirchengemeinden sichere Orte für alle sind, insbesondere für Kinder, Jugendliche und die Schwächsten".

Mahnung an Bischöfe zum Thema Missbrauch

Während seiner jüngsten Spanienreise habe er mit den Bischöfen über das Leid derer gesprochen, "die von denen verletzt wurden, die eigentlich für sie sorgen sollten", berichtete Leo XIV. Darauf sollte "die kirchliche Gemeinschaft mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlosseneren Engagement für Prävention und eine Kultur der Fürsorge reagieren", zitierte er aus seiner Ansprache an Spaniens Bischöfe vom 8. Juni.

Damals wie auch schon bei früheren Gelegenheiten hatte er den Missbrauch im Bereich der Kirche als "Pest" und "Plage" gebrandmarkt. In Madrid hatte Leo XIV. bei einem rund einstündigen Gespräch mit sechs Betroffenen sexualisierter Gewalt auch deren Vorschläge zu Prävention und dem Umgang mit dem Thema gehört.

Kultur der Prävention stärken

Bei der Audienz am Mittwoch sagte er, für sichere Strukturen in der Kirche zu sorgen, liege zwar in erster Linie in der Verantwortung von Papst und Bischöfen. Zugleich ermutigte er die Engagierten, das Werk fortzusetzen, die Zusammenarbeit zwischen den Ortskirchen und den staatlichen Institutionen zu stärken und "eine Kultur der Prävention und der Fürsorge für die Schwächsten zu fördern". Er äußerte die Hoffnung, dass alle Bereiche der Kirche, "ob physisch oder virtuell, wahrhaftig Orte einer fruchtbaren Begegnung mit Jesus Christus sein mögen, frei von Furcht, Misstrauen und Argwohn".

Am Sonntag hatte der Papst neue Regeln für seine Anti-Missbrauchs-Kommission erlassen. Zudem gab es ein erstes Treffen zwischen der Päpstlichen Kommission und dem Betroffenenverein "Ending Clergy Abuse". Dabei verständigte man sich auf die gemeinsame Förderung einer Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Missbrauch in der Kirche, wie die Kommission am Dienstag mitteilte. (KNA)