Es gehe um mehr als Fußball

Nationalspieler Tah will weiter nach Fußballspielen beten

Veröffentlicht am 18.06.2026 um 09:15 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Ein Gebetskreis sorgt nach dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft für Aufmerksamkeit. Nationalspieler Jonathan Tah will auch künftig mit anderen Profis beten. Es gehe um mehr als Fußball.

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Deutschlands Fußballnationalspieler Jonathan Tah (30) will auch in der Zukunft nach Fußballspielen mit Teamkollegen Felix Nmecha und anderen Profis beten. Im Interview mit Magenta TV sagte der Bayern-Profi, er sehe das gemeinsame Gebet als ein schönes Zeichen dafür, dass es um mehr gehe als Fußball. "Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen."

Auf Initiative von Nmecha hatten der 25-Jährige, Tah und Gegenspieler nach dem 7:1 beim WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Curaçao einen Gebetskreis auf dem Platz gebildet. Tah sagte dazu, es habe auch schon nach dem Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen die USA am 6. Juni ein gemeinsames Gebet gegeben. DFB-Spieler Antonio Rüdiger verteidigte das gemeinsame Gebet. "Ich sehe nichts Falsches daran", sagte er. "Wir leben in einem Land, wir reden von Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit. Also sehe ich kein Problem darin."

"Wir sind Brüder"

Nmecha hatte zum Gebet nach dem Spiel gegen Curaçao in der ARD erklärt: "Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und wir sind Brüder und dann haben wir einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht." Öffentliche religiöse Bekenntnisse von Fußballstars sind in anderen Ländern durchaus üblich. Nmechas Social-Media-Posts hatten allerdings in der Vergangenheit mehrfach auch Kritik ausgelöst. Kritiker warfen ihm vor, er habe Inhalte geteilt und gelikt, die als homophob und transphob gewertet werden könnten.

Der deutsche Sportbischof Stefan Oster lobte das gemeinsame Gebet und sprach von einer "bemerkenswerten und sehr schönen Geste". Dass Spieler gegnerischer Mannschaften nach dem Spiel gemeinsam so einen Kreis bildeten, mache deutlich: "Uns verbindet mehr, als uns trennt. Wir haben gemeinsam Freude am Fußball." (KNA)