Faschistische Symbole bei Prozession – Erzbischof empört
Faschistische Aufschriften und Nazi-Symbole sorgten bei einer Kirchenprozession zum Fest des Schutzpatrons der kroatischen Hafenstadt Rijeka für Unmut. Davon distanzierte sich nun das Erzbistum unter der Leitung von Erzbischof Mate Uzinic (Foto oben) am Mittwochabend in aller Deutlichkeit. Man bedauere zutiefst, entschieden zu haben, Flaggen von Veteranenvereinigungen mit einzubeziehen. Dies habe dazu geführt, dass einzelne Teilnehmer die diesjährige Prozession zum Heiligen Veit mit unpassenden Symbolen instrumentalisiert hätten.
Gemeint waren in diesem Zusammenhang Nazi-Symbole sowie Parolen, Banner und Aufschriften der Ustascha, einer faschistischen kroatischen Bewegung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Zu ihnen gehört auch der Ruf "Za dom spremni!" ("Für die Heimat bereit"), ein Slogan, der als kroatisches Pendant zum Hitlergruß gilt.
Instrumentalisierung der Prozession
Das Erzbistum erklärte weiter, dass nicht nur der religiöse Charakter der Prozession missachtet, sondern auch "instrumentalisiert worden sei, um die Symbole totalitärer Ideologien zu rehabilitieren und zu normalisieren". Eine solche Veranstaltung sei "keine Parade oder Demonstration, sondern ein Akt des Glaubens, des Gebets und der Gemeinschaft des Volkes Gottes".
Die Initiative zur Einladung von Veteranenverbänden sei von der Seelsorgeabteilung des Erzbistums für Veteranen, deren Angehörige und Opfer des kroatischen Unabhängigkeitskrieges (1991–1995) ausgegangen. Künftig werde man auf die Einbindung entsprechender Verbände verzichten. (mtr)
