Südkoreas Präsident bringt Papstbesuch in Nordkorea ins Spiel
Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung hat die Möglichkeit eines Papstbesuchs in Nordkorea ins Spiel gebracht. Gemeinsam mit der offiziellen Einladung zum Weltjugendtag 2027 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul habe Lee Papst Leo XIV. bei einem Treffen in der vergangenen Woche im Vatikan auch gebeten, einen Zwischenstopp in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea sowie – sofern möglich – "einen Besuch in Nordkorea in Erwägung zu ziehen", teilte die Südkoreanische Bischofskonferenz laut einem Bericht des kirchlichen Pressedienstes Fides mit. Der Papst habe zugesagt, diese Vorschläge zu prüfen.
Hoffnung auf Dialog und Frieden
In Südkorea erhofft man sich von einer möglichen Visite Leos in Nordkorea neue Impulse für eine Wiederaufnahme des innerkoreanischen Dialogs. Ein Papstbesuch könne positiven Auswirkungen auf den Frieden auf der koreanischen Halbinsel haben, "die weit über unsere Vorstellungskraft hinaus gehen", wurde der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für nationale Versöhnung des Erzbistums Seoul, Pater Jeong Su-yong, zitiert.
Auch frühere südkoreanische Regierungen hatten bereits die Idee eines Papstbesuchs in Nordkorea verfolgt. Im Jahr 2018 etwa setzte sich die Regierung des damaligen Präsidenten Moon Jae-in für einen Besuch von Papst Franziskus (2013–2025) in Nordkorea ein. Auch damals wurde die Hoffnung geäußert, dass ein solcher Besuch dem Frieden auf der koreanischen Halbinsel neuen Auftrieb geben könne.
"Habt Mut! Ich habe die Welt überwunden"
Der Weltjugendtag in Seoul findet vom 29. Juli bis 8. August 2027 statt. Dazu werden rund eine Million junge Menschen aus der ganzen Welt in der Stadt erwartet. Das Motto des Treffens, lautet "Habt Mut! Ich habe die Welt überwunden" aus dem Johannesevangelium.
Die koreanische Halbinsel ist seit 1945 geteilt – in das sozialistische und diktatorisch regierte Nordkorea und das demokratische Südkorea. Von der Teilung betroffen ist auch das religiöse Leben. Während in Südkorea Religionsfreiheit herrscht und etwa die katholische Kirche stark wächst, werden in Nordkorea insbesondere Christen stark verfolgt. In dem Land wird stattdessen ein Personenkult um den "Obersten Führer" Kim Jong-un, seinen Vater Kim Jong-il und seinen Großvater und Staatsgründer Kim Il-sung gepflegt, der pseudoreligiöse Dimensionen angenommen hat. (stz)
