Neue Formen der Solidarität entwickeln

Papst: Universitäten müssen auf drängende Fragen der Zeit antworten

Veröffentlicht am 25.06.2026 um 17:15 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Im Mai besuchte der Papst die größte Universität Italiens. Vor Studierenden und Lehrenden erinnerte er an Verantwortung und Chancen des akademischen Lehrbetriebs. Nun hatte er Leiter von Ordenshochschulen zu Gast.

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Papst Leo XIV. hat Hochschulen aufgerufen, auf Probleme der Zeit zu reagieren. "Gesellschaften säkularisieren sich zunehmend, und viele versuchen, jegliche Erwähnung Gottes aus dem öffentlichen Raum und der Populärkultur zu verbannen", sagte er am Donnerstag im Vatikan vor Verantwortlichen der Jesuiten-Hochschulen Nordamerikas.

Politische Systeme reagierten oft nicht auf die Not der Armen, Migranten und Ausgestoßenen, und junge Menschen verlören häufig die Hoffnung in einer Welt, die keine Aussicht auf eine bessere Zukunft zu bieten scheine, so der Papst. Ebenso werde die Umwelt weiter von jenen zerstört, "die die Ressourcen des Planeten für ihre eigenen Interessen statt für das Gemeinwohl nutzen", kritisierte er. Zugleich gewinne die Künstliche Intelligenz an Einfluss.

Auch sollten Studierende an den Jesuiten-Unis angesichts des Unrechts so vieler Notleidender neue Formen der Solidarität entwickeln. Viele Menschen seien aufgrund von Krieg, religiöser oder politischer Verfolgung, Hunger und den Folgen des Klimawandels gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Ebenso wichtig sei es, Migranten und Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen, betonte Leo XIV.

Orte der Hoffnung für junge Menschen

Jesuiten-Hochschulen seien "ideale Orte, um junge Menschen bei der Gestaltung einer hoffnungsvollen Zukunft zu begleiten". Dazu trügen hier geschlossene Freundschaften sowie gemeinsames Forschen und Lernen bei. Weiter nannte Leo die Bewahrung der Schöpfung eine besonders wichtige Aufgabe "angesichts der Realität, die wir täglich mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Ausbeutung von Ressourcen durch wenige auf Kosten des Gemeinwohls erleben". Auch hierüber müssten die Studierenden an Jesuiten-Unis aufgeklärt werden, um diese zu Vorbildern für ökologische Nachhaltigkeit, Einfachheit und Dankbarkeit zu machen.

Schließlich verwies er auf ein Kernthema seiner Enzyklika "Magnifica humanitas", die Künstliche Intelligenz. Es sei wichtig, sich jetzt mit den positiven wie negativen Folgen dieser Entwicklungen auseinanderzusetzen. Um der digitalen Revolution angemessen und wirksam zu begegnen, spielten Hochschulen und Universitäten eine besondere Rolle, insbesondere indem sie den Grundsätzen der Soziallehre der Kirche neue Impulse verleihen, sagte der Papst.

Der Jesuitenorden betreibt in Nordamerika mehr als 30 Universitäten, Colleges und Theologische Fakultäten. Eine der bekanntesten und größten unter ihnen ist die Georgetown University in Washington DC mit mehr als 20.000 Studierenden. (KNA)