Nordische Bischöfe: Wer Katholik ist, kann kein Freimaurer sein

Die Nordische Bischofskonferenz (NBK) hat an das Verbot der Freimaurerei für Katholiken erinnert. In einem online veröffentlichten Brief an die Priester schreiben die Bischöfe von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden: "Der Ruf unseres Herrn Jesus Christus: 'Komm, folge mir nach', setzt die Bereitschaft voraus, andere Bindungen hinter sich zu lassen, die einer ganzheitlichen Nachfolge im Wege stehen." Das sei schon immer so gewesen und bleibe ein "Kriterium christlicher Authentizität".
Die Nordische Bischofskonferenz hatte gemeinsam mit Vertretern des vatikanischen Dikasteriums für die Glaubenslehre die Frage geprüft, ob katholische Gläubige einer Freimaurerloge angehören dürfen. Denn angesichts von Unterschieden zwischen verschiedenen Strömungen der Freimaurerei hatte sich in den skandinavischen Ländern die Ansicht durchgesetzt, dass die Freimaurer im Norden anderen Regeln folgen, so dass eine Mitgliedschaft für Gläubige in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden zulässig sein könnte. Doch die Antwort aus dem Vatikan fiel "glasklar" aus.
Im Brief an die Priester formulieren die Bischöfe: "Es gibt keine Ausnahme, keine besondere Norm oder Regel und folglich keinen Dispens in der Kirche, die die Zugehörigkeit zur Freimaurerei in den nordischen Ländern von den Bestimmungen des allgemeinen Kirchenrechts unterscheidet." So gälten die kirchenrechtlichen Regelungen im Gebiet der Nordischen Bischofskonferenz uneingeschränkt. Konkret sollen Priester Katholiken, die auch Freimaurer sind, auffordern, ihre Mitgliedschaft in der Freimaurerloge aufzugeben. Wer Freimaurer sei, dürfe keine Kommunion und keine anderen Sakramente empfangen. Freimaurer, die getauft werden wollen, müssten zunächst ihre Mitgliedschaft in der Loge beenden. Jegliche Kooperationen katholischer Einrichtungen mit Freimaurerlogen seien verboten.
Grundsätze unvereinbar
In dem Schreiben betonen Erik Varden, der Vorsitzende der Nordischen Bischofskonferenz, und die Bischöfe von Helsinki, Reykjavik, Stockholm, Kopenhagen und Oslo sowie die Generalsekretärin der Bischofskonferenz, dass man kein negatives Urteil "über den guten Willen oder die guten Werke einzelner Personen" fällen wolle. Die Haltung der Kirche entspringe dem Bewusstsein, "dass die theologischen und philosophischen Grundsätze der Freimaurerei mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar sind".
Der Präfekt des vatikanischen Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Manuel Fernandez, hatte Ende 2023 ein Dokument unterzeichnet, in dem er die kirchliche Ablehnung der Freimaurerei bekräftigte, die zuletzt 1983 in einer Erklärung der Glaubenskongregation, damals unter der Leitung von Kardinal Joseph Ratzinger, festgelegt worden war. Die Freimaurer gibt es seit mehr als 300 Jahren in ihrer heutigen Form. Sie wollen Menschen unterschiedlicher Herkunft auf der Grundlage gemeinsamer ethischer Werte zusammenbringen. Wegen der Verschwiegenheitspflicht, die für ihre Versammlungen gilt, und Ritualen, bei denen nur Eingeweihte dabei sein dürfen, haben die Freimaurer den Ruf eines mysteriösen Geheimbunds. (KNA)