Oligarch lässt riesige Jesus-Statue errichten – Kritik von Kirche
Ein Oligarch und Politiker lässt in der Nähe der armenischen Hauptstadt Jerewan eine gewaltige Jesus-Statue errichten. Mit der geplanten Höhe von 101 Metern soll das Bauwerk nicht nur alle bekannten Christus-Statuen weltweit, sondern beispielsweise auch die 93 Meter hohe Freiheitsstatue in New York überragen.
Der Standort auf dem 2.500 Meter hohen Berg Hatis, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Jerewan, soll das Monument von nahezu der gesamten Hauptstadt aus sichtbar machen. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
Umweltschützer haben Bedenken
Bedenken von Umweltschützern, aber auch seitens der Armenischen Apostolischen Kirche haben den Bauherrn Gagik Tsarukian (69) nicht von dem Projekt abgebracht. Der frühere Armdrücken-Champion baute sein Vermögen in der Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit Glücksspiel, Bergbau sowie der Produktion und dem Export von traditionellen Spirituosen auf.
Tsarukian ist auch politisch aktiv und steht dem früheren armenischen Präsidenten Robert Kotscharjan nahe. Seine Partei Blühendes Armenien scheiterte jedoch bei den Parlamentswahlen im Juni an der Vier-Prozent-Hürde. Zu seinen Beweggründen bei dem Rekord-Bauprojekt, das er seit Jahren vorbereitet, sagte Tsarukian: Als älteste christliche Nation der Welt sollte Armenien die größte Jesus-Statue der Welt haben. Sie werde ein Touristenmagnet sein.
Für Kirche inakzeptabel
Die Armenische Apostolische Kirche hält indes nichts von dem Bau, der nach ihrer Einschätzung den Traditionen des Landes widerspricht. Tatsächlich sind Jesus-Statuen in Armenien eher unüblich.
Während derzeit die Einzelteile des Monuments auf Transport und Montage warten, hat Tsarukian bereits den Bau einer weiteren Stätte begonnen. In der Nähe plant er eine gigantische "Arche Noah", die ein Museum, ein Hotel und ein Café beherbergen soll. (KNA)
