"Wollen das Kloster wieder in volle Funktion bringen"

Genossenschaft soll Zukunft des Klosters Himmerod sichern

Veröffentlicht am 06.07.2026 um 09:20 Uhr – Lesedauer: 

Großlittgen ‐ Seit Jahren gibt es verschiedene Überlegungen zur Zukunft der mittelalterlichen Eifel-Abtei Himmerod. Jetzt läuft es auf ein Genossenschaftsmodell hinaus. Angedacht sind verschiedene Wohnformen.

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Ein Genossenschaftsmodell mit verschiedenen Wohnformen soll die Zukunft des geschichtsträchtigen Klosters Himmerod in der Eifel sichern. Das teilte das Bistum Trier am Sonntag mit. Die Gründung einer Genossenschaft sei am 30. Juni erfolgt. "Wir wollen das Kloster wieder in volle Funktion bringen, aber eben nicht mit Mönchen, sondern mit Menschen, die dort leben", sagte Mitinitiator Frank Achim Kirsch, Fachmann für die Transformation von Liegenschaften.

Auch der Bischof kauft Anteile

Geplant ist der Verkauf von Anteilen zu jeweils 1.500 Euro. Laut Satzung der Genossenschaft sollen in den nächsten Jahren bis zu 35 Millionen Euro gesammelt werden, um 6.400 Quadratmeter zu nutzen. Auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann will Anteile erwerben. "Wir brauchen einen langen Atem", sagte Genossenschaftsexperte Josef Hennebrüder. Potenzial sei da: Menschen kämen aus ganz Deutschland und anderen Teilen Europas in das ehemalige Zisterzienserkloster. 330 Besucher, Gäste und Freunde des Klosters wurden online befragt.

Die Initiatoren haben daraus Leitsätze für das Projekt entwickelt. "Himmerod wird als geistlicher Kraftort erhalten", ist einer davon. Ruhe, Spiritualität, Wohnen in der Gemeinschaft und Natur mache den unverwechselbaren Kern aus. In den Flügeln der Abteianlage sollen verschiedene Wohnformen entstehen: In einem Areal ist betreutes Wohnen geplant, in einem anderen Teil Wohnen auf Zeit, in wieder einem anderen Bereich ist es dauerhaftes Wohnen mit Kloster-Flair.

Ort für Kulturveranstaltungen

Das Kloster soll zudem weiter Ort für Kulturveranstaltungen sein. "Die Kirche und das Museum sollen auf jeden Fall erhalten bleiben", sagte der Rektor der Abteikirche Himmerod, Reinhold Bohlen. Dafür sei eine Stiftung geplant. Von "Versorgung, Gemeinschaft und Teilhabe" sprach der Leitende Direktor im Bischöflichen Generalvikariat Trier, Andreas Trogsch: "Das ist eine mögliche Antwort auf den demografischen Wandel und drohende Vereinsamung hin zu einer Lebenshilfe-Gemeinschaft." Bistumsökonom Manfred Wagner ergänzte: "Die Nutzungsmischung schafft Stabilität: Wohnen auf Zeit, dauerhaftes Wohnen, Meditation, Kultur und Infrastruktur kommen hier zusammen."

Himmerod liegt nördlich von Wittlich. 1134 gründete der heilige Bernhard von Clairvaux dort das erste Zisterzienserkloster seines Ordens in Deutschland. Zuletzt lebten 2017 noch sechs Mönche in Himmerod, als der Orden den Konvent auflöste. Seither gab es verschiedene Überlegungen, wie mit der Liegenschaft umzugehen ist. (KNA)